Schweden  -  Magmatite  -  Vätö-Granit

Dieser auch als Norrtälje-Granit bezeichnete Uppland-Granit tritt vor allem im östlichen Landesteil in einigen kleinen Massiven auf. Er gehört wie die anderen Uppland-Granite zu den frühorogenen Magmatiten der svecokarelischen Gebirgsbildung, Alter: ca. 1900 Mio. Jahre (Persson 1999).
 
Handstücke aus dem Anstehenden, BGR Berlin und Geozentrum Hannover:
Vätö-Granit Vätö-Granit Vätö-Granit
Vätö-Norrviken Steinbruch Karlsängen Steinbruch Karlsängen Steinbruch Karlsängen
Vätö-Granit Vätö-Granit roter Vätö-Granit
Steinbruch Karlsängen deformierter Vätö-Granit Stockholms Län feinkörniger Vätö-Granit
     
Norrtälje      
       
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 188:
"... Roter, mittelkörniger Feldspat-Quarz-Biotitgranit; mehr Kalifeldspat als Plagioklas; meist undeformiert; Quarz mehr oder weniger zerdrückt; Plagioklas trübe; ungleichkörniges, allotriomorphes Gefüge; selten porphyrisch.

...Der Haupttypus des Vatö-Granits ist in der Regel rotgrau bis klar rot, mittel- oder grobkörnig, nicht deformiert. Die Hauptminerale sind Mikroklin, Quarz und Plagioklas; der Gesamtgehalt an Feldspat beläuft sich auf 60 -70 %. Biotit nimmt 1 – 5 % des Volumens ein; Varietäten mit weniger als 1 % sind selten. Mikroklin, meist perthitisch, ist leicht mit Hämatit imprägniert und erhält daher eine rote Tönung. Er tritt als 1 cm, selten 2-3 cm lange, unregelmäßige Tafeln und kleine, teilweise abgerundete Körner auf. Plagioklas ist rot durch Hämatit (stärker imprägniert als der Mikroklin) und serizitisiert; die trüben Körner sind meist klein und von veränderlicher Form. Quarz kommt hauptsächlich in großen, unregelmäßigen, mehr oder weniger zerdrückten Einzelexemplaren oder Klumpen vor, auch als kleine Körner; seine Farbe ist meist hellgrau. Biotit ist teilweise in Chlorit umgewandelt. Als Akzessorien sind u. a. Erzkörnchen, Epidot, Apatit und Titanit zu nennen, mitunter kommen auch abgerundete Hornblendebröckchen und etwas Muskovit vor. Vatö-Granit enthält Einschlüsse und Gänge aus Pegmatit. Das Gestein ähnelt ein wenig dem Vänge-Granit, ist aber von dunklerem Rot und etwas weniger grobkörnig, während der Gehalt an dunklen Mineralen durchgehend höher ist. Kennzeichnend für Vatö-Granit ist zudem die netzförmige Anordnung des Quarz’ und der dunklen Minerale. Dies Phänomen tritt bei den meisten Uppland-Graniten auf, ist hier jedoch entschieden am schönsten ausgebildet.
Feinkörniger Vatö-Granit ist bis auf die geringere Korngröße nahezu identisch mit dem oben beschriebenen gröberen Typ. Sofern er aus kleineren Massiven stammt, ist sein Quarzgehalt allerdings höher und die Zerdrückung der Minerale vielfach stärker. Ein kleines Vorkommen bei Nabbo weist einen grau bis rötlichen Typus auf mit nur wenigen Prozenten Kalifeldspat; Quarz und Plagioklas sind hier die Hauptminerale. Auch bei Rådmansö ist der feinkörnige Granit reich an Plagioklas.
Gneisiger Vatö-Granit enthält Minerale, die mehr oder weniger deutlich lagenweise konzentriert sind. Die größten Feldspäte sind augen- oder linsenförmig ausgewalzt, und der Quarz größtenteils zerdrückt.
Der feinkörnige wie auch der Gneisgranit sind im Herkunftsgebiet von beschränktem Umfang. Wir tun darum gut daran, nur den mittelkörnigen Haupttypus als Leitgeschiebe zu verwenden. Vatö-Granit ist ein frisch aussehendes, schönes Gestein, das als Baustein und als Dekor-Stein sehr beliebt ist.
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988 S. 188

Leitgeschiebestatus siehe Text: "nur der mittelkörnige Haupttypus..."

Kleine Anmerkung: Der Vätö-Granit vom Steinbruch Karlsängen wurde ausgwählt, bei der europaweiten Präsentation "Geologie ist rund" 2008 als steinerne "Fußballkugel" das Land Schweden zu vertreten, ausgewählt von der SGU.

Literatur: 
Andréasson P.G. 1973: Nya synpunkter på Vätögranitens fältrelationer och kemi, GFF 95, 1 S. 79-85
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen, Krefeld, S. 26
Holmquist P. J. 1906: Studien über die Granite von Schweden, Bull. of Geol. 1906, S. 189
Lundegårdh T. 1954: Vätögraniten SGU C 534, S. 1 - 24
Lundegårdh T. 1957: Petrology of the Uppsala Region, Eastern Sweden, SGU Ca 544
Persson, L., Persson P.-O. 1999: U-Pb zircon age of the Vätö granite, south central Sweden, GFF. C 831 S. 91-99
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 
 
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