Oslo-Gebiet  -  Ganggesteine  -  Lestiwarit

Lestiwarit ist ein helles aplitisches Ganggestein im Ganggefolge des Lardalits, petrographisch ein Ägirinsyenit (nephelinfrei).
 
Handstücke aus dem Anstehenden, BGR Berlin und Universität Greifswald:  
   
N Kvelde (Brøgger) Kvelde    
 
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 407:
Lestiwarit
"... Schneeweiß oder gelbweiß, feinkörnig, homogen; stark körnig; überwiegend unregelmäßig eckige Kornform; extrem hoher Feldspatgehalt; Ägirin; in der Regel kein, manchmal jedoch wenig Quarz; gleichkörnig.

Lestivarit bildet eine spezielle Gruppe aplitischer Ganggesteine, wobei die Vertreter beinahe ganz aus einem Wirrwarr kleiner, eigenwillig geformter Feldspatkörner bestehen. Das sehr helle Gestein (weiß, weißgelb, manchmal schwach rötlich) ist homogen. Es besteht zu mehr als 90 % (mitunter mehr als 95%) aus perthitischem Alkalifeldspat. Der Restraum wird von Ägirin und Hornblende eingenommen (zusammen max. 8 %, häufig viel weniger) und geringen Ansammlungen von Titanit; Apatit und Erz. Der Feldspat ist durchschnittlich 0,3 – 1, selten bis 3 mm groß. Die anderen Minerale sind meist viel kleiner als 1 mm. Bei Kvelle ist ein Teil des Ägirin bis 1,5 mm lang, aber in demselben Gestein kommen in der Regel zugleich auch eine große Anzahl kleinere Exemplare, häufig als Einschlüsse in Feldspat
vor. Quarz ist normalerweise nicht vorhanden; bei Sletsjö und östlich von Farris ist in schmalen Gangfüllungen ca. 5 % Quarz im Lestiwarit zu finden. Eine andere abweichende Form kommt bei Gjona im Lougendal vor, wo ein beträchtlicher teil des Feldspats idiomorph ist und wo es zuweilen miarolitische Lochfüllungen gibt. Brögger vermerkt diese Eigenschaften als kennzeichnend für Aplit. Bei Strandsåsen schließlich liegen örtlich bis 2 bis 5 mm große Anhäufungen von Ägirin, Hornblende, Apatit und Erz in der Matrix. Diese dunklen Mineralgruppen kontrastieren stark mit dem schneeweißen Feldspat.
Nach Brögger (1898) ist Lestiwarit mineralogisch und chemisch nah verwandt mit dem quarzreichen Bostonit. Lestiwarit wird wegen seiner Eigenart im Gefüge (starke Körnigkeit, Allotriomorphie, natronsyenitisch-aplitischer Charakter) als eigenständiges Gestein angesehen. Der Name ist übrigens nur noch in der Geschiebekunde gebräuchlich. Geschiebe sehen oft auffallend frisch aus. Lestiwarit ist ebenso selten wie Lardalit, in dem er (meist weniger als 1 m breite) Gänge ausbildet..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988, S. 407
 
Literatur:
Brøgger W.C.1898: Die Eruptivgesteine des Oslogebietes. III. Das Ganggefolge des Laurdalits, Kristiania 1898
Brøgger W. C. 1932: Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 
 
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