Åland-Inseln  -  Vulkanite  -  Porphyr

Die Åland-Porphyre entstammen demselben Rapakivi-Magma wie die Granitvarianten. Lediglich die Abkühlungs-bzw. Auskristallisationsbedingungen waren andere. Bezeichnenderweise treten die vergleichsweise schnell abgekühlten, porphyrischen Gefüge vor allem in der südwestlichen Randzone des Batholiths auf  -  wobei die eigentlichen Quarzporphyre mit quasi dichter rotbrauner oder grauschwarzer Grundmasse, eingestreuten rötlichen Feldspat- und rauchgrauen, gerundeten Quarzkristallen westlich Eckerö oder südöstlich Hammarudda zu finden sind. Die quarzporphyrischen Rapakivi-Vorkommen auf dem åländischen Festland sind vorrangig (häufig hornblendeführende) Granitporphyre.
 
                        Vorkommen von Åland-Quarzporphyr. Kartenskizze nach Angaben von geomaps2.gtk.fi.
(Anmerkung: die Legende zum online-Kartenwerk bezeichnet die angegebenen Vorkommen als "Quarzporphyr". Inbegriffen sind dabei die in der Geschiebekunde traditionell gesondert behandelten Granitporphyre / Ringquarzporphyre.)
 
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Universität Greifswald, Geozentrum Hannover und Sgl. v. d. Heide:
Granitporphyre Ringquarzporphyre Quarzporphyre Hammarudda-QP
     
Ignimbrit      
 
Im Sammlungsbestand der Universität Greifswald (Nordische Vergleichssammlung) befindet sich eine große Zahl an Belegstücken  -  neben den nachfolgend ausgewählten 4 Beispielen weitere  hier :
Porphyr von Hammarland Porphyr von Emkarby Porphyr von Mariehamn Kontaktgestein, Lemland
 
Geschiebefunde:
Granitporphyr Ringquarzporphyr Quarzporphyr dunkler Quarzporphyr
   
Hammarudda-Quarzporphyr Ignimbrit    
 
 
Zur weitere Beleuchtung der unterschiedlichen Bezeichnungspraxis ein Abschnitt aus Hesemann (1975, S. 138):
" Frosterus (1892) und Sederholm (1890), die die Åland-Inseln geologisch kartiert und auch zusammenfassende Darstellungen von ihnen gegeben haben, verwenden die Bezeichnung "Granitporphyr" nicht, sondern führen einen großen Teil der hierzu gehörenden Gang-, Erguss- und Tiefengesteine der Rapakivi-Gruppe als Quarzporphyre und quarzporphyrartige Rapakivi auf. In der älteren Geschiebeliteratur bediente man sich vielfach des Sammelnamens "Åland-Porphyr". Erst Cohen & Deecke (1896) wiesen darauf hin, dass die porphyrartigen Rapakivi-Gesteine Ålands größtenteils zu den Granitporphyren zu rechen und dass echte Quarzporphyre als Geschiebe unbekannt seien. Dieser unklaren Begriffsbestimmung um die Jahrhundertwende liegen zwei Ursachen zugrunde. Bisher gibt es keine exakten Definitionen für Quarz- und Granitporphyre; ihre Abgrenzung erfolgt vielmehr mehr oder weniger konventionell. Die gegenwärtig noch geltende Definition ist lediglich nach der geologischen Position erfolgt, da Granitporphyr als Gangäquivalent und Randfazies des Normalgranits angesehen wird (vergl. Tröger 1935, S. 48). Zweitens lässt sich für manche Granit- und Quarzporphyre kein eindeutiges Kriterium aus den Korngrößenverhältnissen, die allein als Unterscheidungsmerkmal für den Geschiebesammler in Betracht kommen, finden. Denn, wollte man den Schnitt für die åländischen Porphyre bei einer Korngröße der Grundmasse zwischen 0,03-0,05 mm legen, dahin, wo die Grundmasse für das unbewaffnete Auge dicht zu erscheinen beginnt, man käme auch dann nicht zum Ziele. Die Mikropegmatit-Körner der Grundmasse liegen zwar mit 0,1-0,2 mm wesentlich über der für das Auge auflösbaren Korngröße, die Art der Verwachsung bewirkt aber eine Zerteilung der Quarz- und Orthoklas-Individuen in jedem Mikropegmatit-Körnchen innerhalb des Bereiches von 0,01-0,05 mm, sodass also ein ein Teil der Grundmasse dem unbewaffneten Auge dicht erscheinen muss. Hier (= Hesemann 1975 und die geschiebekundlich übliche Praxis) werden alle diejenigen porphyrartigen Rapakivi-Gesteine Ålands als Granitporphyre behandelt, deren Grundmasse Körnungen zwischen 0,05-2 mm aufweist und deren granitporphyrischer Charakter durch die große Zahl und Masse der Einsprenglinge noch verstärkt wird. Die Granitporphyre stimmen also mit den Granitporphyren von Cohen & Deecke (1896) überein und umfassen einen Teil der quarzporphyrartigen Rapakivi und einen Teil der Quarzporphyre von Frosterus (1892) und Sederholm (1890)..."
 
       
Literatur:
Cohen E., und Deecke W. 1896: Über Geschiebe aus Neu-Vorpommern und Rügen: Erste Fortsetzung. R. Gaertner's Verlagsbuchhandlung H. Heyfelder, 1896.
Frosterus G. B. 1892: Beskrifning till kartbladet n: o 21. Mariehamn. 1892.
Hausen H. 1964: Geologisk beskrivning över landskapet Åland. Mariehamn 1964
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen
Lindberg B. & Eklund O. 1992: Mixing between basaltic and granitic magmas in a rapakivi related quartz-feldspar porphyry, Åland, SW Finland. GFF 114.1 (1992): 103-112.
Sederholm J. J. 1890: Fran Ålandrapakivins västra gräns. GFF XII. Heft 6, S. 460-470
Shebanov A. D. & Eklund O. 1997: Interaction between acid and basite magmas in the Hammarudda complex, SW Finland: P-T conditions obtained by mineralogical thermometry and barometry. Petrology 5 (1997): 141-166.
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988

Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden

       
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