Schweden  -  Alnön

Die Insel Alnön östlich von Sundsvall besteht zu einem Teil aus intrusiven Vulkaniten mit ungewöhnlicher Zusammensetzung. Eine karbonatreiche und eine syenitische Schmelze haben in Wechselwirkung Serien an seltenen Mineralen und Gesteinen entstehen lassen. Es sind sowohl Ultrabasite als auch Alkalisyenite (Nephelinsyenite) und Karbonatite, Alter: ca. 570 Mio. Jahre.
Die auf Spikarna auftretenden Gangporphyre gehören zum Schwarm der Rödö-Quarzporphyre.

Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover, Sgl. Hanning u. a.:
Alnöit
Alnöit Alnöit Alnöit Alnöit
Alnöit Alnöitbrekzie
Alnöit Alnöit Alnöitbrekzie Alnöitbrekzie
Juvit
Juvit (Nephelinsyenit) Juvit (Nephelinsyenit) Juvit (Nephelinsyenit) Juvit (Nephelinsyenit)
Urtit
Karbonatit Karbonatit Urtit Borengit
Ijolith-Melteigit
Ijolith Ijolith Ijolith Ijolith-Melteigit
Jacupirangit Nephelinporphyr feinkörniger Alnöit Alnö-Tinguait
Handstücke (Nephelinsyenite) aus dem Anstehenden, Nordische Vergleichssammlung, Universität Greifswald:
Ijolith Juvit Ijolith Ijolith
Nephelinsyenit porphyr. Nephelinsyenit Nephelinsyenit Nephelinsyenit 
Ijolith Jacupirangit Alnöit  Biotitgneis (Nebengestein)
Alnö-(Rödö-)Quarzporphyr:
   
Spikarna Spikarna    
       
 
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u. ) S. 128:
Alnöit
"... Feinkörnig bis dicht; Matrix dunkelgrau bis braun- oder grünschwarz, bei Verwitterung (blau-)grau; mitunter Einsprenglinge aus Biotit, Augit, Olivin, Erz und anderen Mineralen; Feldspat fehlt im Allgemeinen; Grundmasse reich an Melilit; schweres, basaltartiges Gestein.

Unter der durch Rosenbusch 1887 eingeführten Benennung „Alnöit“ (früher auch als Melilitbasalt und später als Kimberlit bezeichnet) ist eine interessante Reihe von Ganggesteinen zusammengefasst, die vor allem auf der durch eine Brücke mit dem Festland verbundenen Insel Alnö gefunden werden. Alnöit ist der jüngste Vertreter der Magmatite von Rödö und Sundsvall, er ist viel jünger als die Rapakivigruppe und hat mit ihnen auch nichts gemein (Högbom 1909). Er hat kambrisches Alter und gehört zu einer Reihe von basaltartigen Gesteinen, die gangförmig in einem alten, runden Vulkantrichter auftreten. Alnöit ist daher buchstäblich das Schlussstück einer vulkanischen Aktivität, während welcher eine bunte Gesellschaft von Alkaligesteinen gebildet wurde. Diese weiteren magmatischen Produkte (u. a. Sövit: kristalliner Kalkstein, und Nephelinsyenit) lassen wir außerhalb der Betrachtung.
Alnöit ist ein feinkörniges bis dichtes, dunkelgraues bis grün- oder braunschwarzes und wohl auch schwarzes, meist porphyrisches Gestein, das durch die Mineralkombination Olivin, Biotit, Augit, Melilit (ein Mineral aus der Skapolith-Gruppe) und Perowskit (ein Titanoxyd) gekennzeichnet ist. In der sehr dunklen Grundmasse einzelner Varianten des Gesteins liegen bis einige cm große, glänzende Biotitblätter, stark korrodierter und in Serpentin umgewandelter Olivin, kurze Augitbrocken, Magnetit und oft auch kurze Apatitsäulen. Die Grundmasse besteht in der Hauptsache aus Melilit und Biotit; ferner kommt einiger Chromit vor, es kann auch Kalkspat oder Dolomit auftreten. Granat kann zum Teil an die Stelle von Melilit treten. Im Olivin-Alnöit fehlt Melilit manchmal. Entlang der Ränder der Alnöit-Gänge ist häufig Verdichtung festzustellen; dort entstanden Typen ohne Biotiteinsprenglinge oder mit großen Hornblendeeinsprenglingen. Stellenweise sind auch Einschlüsse vom Umgebungsgestein aufgenommen und teilweise assimiliert worden. Vereinfacht kann das Gestein nach Von Eckermann (1948) in drei Typen eingeteilt werden:
Typ 52 a: Biotit-Alnöit, mit sehr viel Biotit, ferner Melilit, Olivin, Augit, Erz, Perowskit,
Apatit und Calcit als wichtigste Minerale.
Typ 52 b: Alnöit-Porphyrit, mit sehr viel Olivin, zusammen mit Melilit, Biotit, Apatit und
Calcit.
Typ 52 c: Olivin-Alnöit, mit sehr viel Olivin und Biotit neben Calcit, Apatit und Perowskit.
Die Gesteinsreihe des Alnö-Vulkans ist wiederholt erforscht worden, u. a. durch Högbom (1895), Von Eckermann (1948) widmete ihm eine spezielle Studie. Müller (1939) beschreibt ein deutsches Geschiebe. In Callisen & Gry (1966) wird ein Farbfoto von einem Alnöit mit Einschlüssen gezeigt, ebenso in Hellinga (1980). Im Sommer 1981 wurde ein 0,3 mm großer Diamant in Alnöit nachgewiesen (Meyer 1984)..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988 S. 128 ff
 
 
Literatur:
Eckermann, H. von 1948: The alcaline district of Alnö Island, SGU Ca 36
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen S. 147
Högbohm A. G. 1895: Über das Nephelinsyenitgebiet auf der Insel Alnö, GFF 17 S. 100-160 und 214-256
Högbohm A. G. 1909: The igneous rocks of Ragunda, Alnö, Rödö and Nordingrå, GFF 31, S. 347 - 375
Meyer K.-D. 1984: Der erste Diamantfund in Skandinavien - Der Geschiebesammler 18 (1/2), S. 25-36
Müller H. 1939: Neue kristalline Geschiebe aus der Umgebung von Berlin, Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 15,3 S. 176-18
Tröger E. 1935: Quantitative Daten einiger magmatischer Gesteine in: Tschermak's Mineralogische und Petrographische Mitteilungen 46 S. 153-173 (zu Ornö, Norra Kärr, Alnö)
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden, Nr. 78, 79

siehe auch: "introduktion till ALNÖOMRÅDETS GEOLOGI" 1981 (publ. Länsstyrelsen i Västernorrlands Län), Link unter:
http://www-y.lst.se/download/18.1f82982f86f00ee8d7fff24/Introduktion+till+Alnoomradets+geologi+-+1981.pdf
   
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