Finnland - Laitila-Batholith - Eurajoki-Massiv - Tarkki-Gr.

Eine Satelliten-Intrusion am Nordwestrand des Laitila-Batholiths, das Eurajoki-Massiv, besteht in den Randzonen aus einem Hornblenderapakivi, dem sog. Tarkki-Granit. Es ist ein vergleichsweise dunkles Gestein, das nur in großen Abständen vereinzelte Ovoide ausgebildet hat.
 
  1 
Rapakivigranit (Übergangsform von Rapakivi), Tarkki,         Etikett 
leg. Geologiska Kommissionen 1886
Sgl. Nordische Vergleichssammlung der Universität Greifswald, 
[Sammlungsteil von: siehe http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de]
                 
 
  2 
Gleichkörniger Rapakivigranit, Typ Tarkki, Straßenanschnitt Eurajoki - Kuivalahti, 7 km Abzweig nach Verkkokari,
leg. A. P. Meyer, BGR Berlin 1997         auf der Karte: Nr. 19
       
   3  
  Tarkki-Granit
  Straßenanschnitt Eurajoki - Kuivalahti,
  3 km vor Abzweig nach Verkkokari
  leg. A. P. Meyer, BGR Berlin 1997        
  auf der Karte: Nr. 18 
   
   4  
    Tarkki-Granit,
    Steinbruch Hankkila
    leg. A. P. Meyer
    BGR Berlin 1997        
    auf der Karte: Nr. 17

   
   5    2 Ex aus der Sgl. R. Zwirner:  
Rapakivi-Granit, Typ Tarkki (Eurajoki-Massiv), Straßenanschnitt ca. 4 km NW Lapijoki, (Straße nach Hankkila), 2009
  auf der Karte: Nr. 21

 
 
   
       
Beschreibung aus Zandstra (1988), S. 48:
Tarkki-Granit
"Rotgrauer, stark gesprenkelter Granit; mittel- und gleichkörnig, nicht deformiert; helle Minerale unregelmäßig eckig; keine deutlichen Rapakivi-Merkmale; dunkles Aussehen.

Im Rapakivigebiet von Laitila in Südwest-Finnland endet der eigentliche Rapakivigranit im Nordwesten bei der Kirche von Eurajoki, aber die ihm eng verbundenen Grenzvarianten, Väkkärä-Granit und Tarkki-Granit, gehen weiter bis dahin, wo der gleichnamige Eurajoki-Fluß in den Bottnischen Golf mündet (Laitakari 1928, Haapala 1977). Tarkki-Granit repräsentiert das am stärksten basische Glied der Rapakivigranite. Das einheitliche, mittelkörnige und zugleich gleichkörnige, nicht deformierte, rotgraue Gestein bildet einen früh auskristallisierten Randgranit des Rapakivi, mit dem er einige Merkmale gemeinsam hat. Die Verwandtschaft erscheint u. a. in der Anwesenheit von 3 bis 6 cm großen, abgerundeten Kristallen aus Kalifeldspat mit einem Mantel aus Plagioklas; der Abstand zwischen diesen Megakristallen beträgt mitunter mehrere Meter (!). Geschiebe mit solch einem runden Kristall können wir folglich kaum erwarten.
Die Hauptbestandteile sind Orthoklasperthit, Plagioklas, Quarz, Hornblende und Biotit; Fayalit (eisenhaltiger Olivin), Apatit, Zirkon, Flussspat und Erzkörner treten als Nebenbestandteile auf. Die Korngröße ist überwiegend 2 – 4 mm und ihre Ausbildung ist hypidiomorph. Durchschnittliche Zusammensetzung (Vol.%, nach Haapala 1977):
       Kalifeldspat 36
       Quarz 27
       Plagioklas 20
       Biotit/Chlorit 12
       Hornblende 2
       Übrige Minerale 3
Der Kalifeldspat ist in seiner Form eigenwillig; häufig bildet das rotgraue Mineral die Füllmasse zwischen Plagioklas und Quarz. Mikrographische Verwachsungen mit Quarz kommen nur wenig vor. Der Plagioklas ist teilweise trüb; die nahezu durchweg idiomorphen Kristalle sind etwas heller getönt als die Kalifeldspäte. Es kommt vor, dass die Plagioklase korrodiert und zum Teil durch Kalifeldspäte verdrängt sind. Weniger trübe Exemplare zeigen einen zonaren Bau. Der Quarz hat bisweilen noch einigermaßen die eigene Form bewahrt; die Regel ist jedoch, dass fast alle Körner (zusammen mit Kalifeldspat) den Raum zwischen den anderen Mineralen ausfüllen und eine unregelmäßige Form zeigen. Ein Teil des Quarzes ist ab und zu hell zerdrückt. Dadurch entsprechen die Eigenschaften dieses Typs nicht den Regeln der Rapakivigruppe...."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
       

Literatur:
Ehlers C., Haapala I, 1989: Rapakivi granites and postorogenic granites of southwestern Finland. GSF, Opas Guide 27 Excursion A1. S. 30.
Haapala I. 1977: Petrography and geochemistry of the Eurajoki stock, a rapakivi-granite complex with greisen-
type mineralization in southwestern Finland. Geol. Surv. Finland, Bull. 286. 128 S.
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen. GLA 1975, S. 70ff
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden
   

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