Dänemark  -  Bornholm  -  Rønne-Granit

Die Altersstellung des Rønne-Granits ist nicht abschließend geklärt. Zweifellos ist er der älteste der Bornholm-Granite, möglicherweise sogar gleichalt wie der Bornholm-Hauptgneis, wobei die Frage, ob er anatektischen oder intrusiven Ursprungs ist, noch nicht beantwortet ist. Abgesehen von dem Hauptgebiet östlich von Rønne tritt Rønne-Granit (oder ein ihm sehr nahestehender Granit) in einigen kleinen Vorkommen innerhalb des Gneises weiter östlich bzw. nordöstlich auf.
Rønne-Granit ist ein in Kopenhagen vielfach verwendeter Fassadenstein, in Deutschland fand er z. B. für das Kunstmuseum in Düsseldorf Verwendung.
Rønne-Granit ist als Geschiebe ein seltener Fund.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Universität Greifswald, Geozentrum Hannover u. a.:
Rønne-Granit Rønne-Granit Rønne-Granit
Klippegaard Klippegaard Bornholm o. A. Klippeløkken
Rønne-Granit
Klippegaard Stubbegaard  Klippegaard   Lokalgeschiebe, Bavnodde
Pegm. Kontakt, Klippegaard verwittert. R. Tornegaard   kaolinisierter R., Tornegaard  kaolin. Granit, Rabbækkegaard 
       
 
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 364:
Rønne-Granit
"... Hell- bis sehr dunkelgrau, mittel- bis feinkörnig; Aufbau ziemlich gleichmäßig; monoton dunkles Aussehen; homogen, selten streifig oder geadert; viel Plagioklas; Mikroklin mit starkem Glanz; relativ viel Hornblende und Biotit; Titanit; Hypersthen.

Rønne-Granit kann recht verschieden aussehen. Hauptbestandteile sind immer Quarz, Plagioklas, Mikroklin, Hornblende und Biotit. Nach Hesemann (1936, 1975) und Callisen (1932) handelt es sich hauptsächlich um graue, feinkörnige, ziemlich gleichkörnige Granite sowie sehr dunkle, mittelkörnige (meist auch gleichkörnige) Gneisgranite.
In der dunkelgrauen Varietät ist ein Teil der (2-5 mm großen) Feldspäte leicht rötlich; auf polierten Flächen wirkt diese Varietät schwarz. In dem hellgrauen, feineren Typus findet sich kein rötlicher Feldspat. Meistens sind die bis 1 mm, selten einige mm großen, grauen Quarzkörner zusammen mehr oder weniger netzförmig gruppiert. Diese Erscheinung ist nur in der verwitterten Außenseite von Geschieben zu sehen. Der Gehalt an Quarz ist ziemlich niedrig. Der meiste Feldspat ist grau, manchmal leicht grünlich. Soweit es sich um Mikroklin handelt, zeigt er ein sehr frisches Aussehen. Der Mikroklin ist in der Regel kleiner als der Plagioklas. Oftmals bildet der Mikroklin einen Saum um den Plagioklas; die Form dieser bis 5 mm langen Feldspäte ist elliptisch bis ungefähr rechteckig. Im unverwitterten Gestein ist der Feldspat so gut wie klar und durchsichtig. Es scheinen hier vor allem die dunklen Minerale wie Hornblende und Biotit zu sein, die die dunkle Farbe des Rønne-Granits verursachen. Diese dunklen Minerale bilden unregelmä��ige Konzentrationen, wodurch die einzelnen Minerale schwer voneinander zu unterscheiden sind. Gewöhnlich überwiegt die Hornblende. Zwischen diesen Mineralen können Apatit, Titanit und Magnetit als Akzessorien vorkommen. Mitunter ist auch eine Spur Muskovit, Epidot oder Orthit vorhanden. Der Anteil an Hypersthen liegt bei 0-3%.
Rønne-Granit enthält oftmals Einschlüsse: Manchmal sind es graue oder rote 10-15 cm lange Pegmatit-Feldspäte (Mikroklin mit schmalem Plagioklassaum) oder ein einzelner, 3-5 cm langer Labradorkristall. Zudem können feinkörnige, hornblendereiche, basische „Flecken“ vorkommen. Callisen (1932) unterscheidet außerdem noch einen „porphyrischen“ Rønne-Granit mit Einsprenglingen aus Plagioklas und Hornblende und einer feinkörnigen Zwischenmasse sowie einen ebenfalls feinkörnigen, hornblendereichen Rønne-Granit, wie er in Haldegård bei Gudhjem in situ ansteht. Letztere Varietät (Callisen: dunkler, „blauer“ Granit) ist zum Teil homogen, zum Teil streifig (Übergang in Streifengranit). Diese Form enthält vereinzelt bis 2 cm lange Feldspatkristalle.
Rønne-Granit ist in der Regel richtungslos-körnig. In der Nähe von Pegmatitgängen kommen aber deutlich gestreifte oder gebänderte Formen vor, die in den dunklen „Lagen“ viel, häufig mit bloßem Auge gut sichtbaren Titanit enthalten. Von allen Bornholm-Graniten besitzt Rønne-Granit am wenigsten Quarz und Mikroklin (-Perthit), aber den meisten Plagioklas und dunkle Minerale. In vielen Fällen handelt es sich um Granodiorit, die Bezeichnung Rønne-Granodiorit wäre angebrachter. Geschiebe fallen durch die meist monoton dunkelgraue Verwitterungsrinde nicht auf. Beim Aufschlagen bietet die Bruchfläche ein frisches Bild, bei dem das starke Glänzen des Mikroklins bereits dem bloßen Auge auffällt..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988 S. 364
 
 
weiterführende Literatur:
Callisen K. 1932: Beiträge zur Kenntnis des Granitgrundgebirges von Bornholm. Dissertation. University of Copenhagen.
Callisen K. 1934: Das Grundgebirge von Bornholm. Danm. Geol. Unders., II Række, Nr. 50. 266 S.
Callisen K. 1957: Hornblende with pyroxene core in the Rønne-granit, Bornholm. Medd. Dansk geol. Foren. 13, 236-237.
Friis H. 1996: A quatzite inclusion in Rønne-granit - the first danish sediment? Bull. geol. Soc. Denmark 43, 4-8.

Gravesen P. 1996: Bornholm  -  En beskrivelse af områder af national geologisk interesse (in der Reihe: Geologisk set), Miljø- og Energiministeriet Skov- og Natursstyrelsen, Geografforrlaget, Brenderup
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen S. 42-44
Jensen Aa. 1965: Hydrothermal alteration along thin veinlets in the Rønne granodiorite. Mat. Fys. Medd. Dan. Vid. Selsk. 34(12), 11pp.
Jensen Aa. 1968: Opaque minerals in the Precambrian plutonic rocks of Bornholm and their relation to the development of these rocks. Medd. Dansk geol. Foren. 18, 79-96.
Jørgart T. 2001: Bornholm Grundfjelds Geologi. En ekskursionsfører. Publikationer fra Institut for Geografi og Internationale Udviklingsstudier. Kompendium nr. 111. Roskilde. Universitetscenter.
Larsen H. H. 2005: Bornholms Industrihistorie 250 År. Hrsg.: Bornholms Museum.
Smed P. /Ehlers J.: Steine aus dem Norden, Borntraeger 2002 S. 96
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden Nr. 221
 
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