Schweden  -  Sedimentgesteine  -  Almesåkra-Gruppe

Die Almesåkra-Sandsteine wurden im mittleren Proterozoikum auf dem älteren (frühproterozoischen) südschwedischen Grundgebirge (Granite und Vulkanite des Småland-Värmland-Gürtels) abgelagert. Ihre Mächtigkeit wird auf bis zu 1200 m geschätzt. Im späten Proterozoikum, vor ca. 930 Mio. Jahren, intrudierte doleritisches Magma (als Teil der Blekinge–Dalarna-Dolerite) in das ca. 700 qkm große Gebiet und durchsetzte bzw. überdeckte die Sedimentgesteine mit einer Vielzahl von Gängen und Lagergängen. Gesteinsbeispiele dazu siehe hier.

Die neben stehende Überblickskarte gibt die wichtigsten lithostratigraphischen und tektonischen Einheiten im südlichen Schweden wieder.
Die in den Oskarshamn-Jönköping-Belt sowie in die Småland-Granitoide eingebettete Almesåkra-Gruppe ist mit Pfeil gekennzeichnet.
vereinfachte Skizze nach Angaben in Kornfält K.-A. et al. 1987:
Geological maps and cross-sections of Southern Sweden
 

 
Die lithologische Karte des Gebietes zeigt dementsprechend einen vielgestaltigen Flickenteppich von Sediment-gesteinen und intrusiven Ganggesteinen.
   
vereinfachte Karte nach Angaben in Rohde A. 1987:
Depositional environments and lithostratigraphy of the Middle Proterozoic Almesåkra group, southern Sweden
 
Innerhalb der Almesåkra-Gruppe werden 5 Formationen unterschieden  -  in erster Linie auf Grund von Lagerungs-verhältnissen. Aber die einzelnen Formationen zeigen auch jeweils ein typisches Gesteinsaufkommen und deuten auf unterschiedliche Entstehungsgegebenheiten hin (Rohde 1987).
Kurz (und sehr vereinfacht !) zusammengefasst:
Marbäck-Formation: v. a. grauer quarzitischer Sandstein, häufig brekziös, und rote Quarzsandsteine aus Flachwasserbereichen in arider Umgebung.
Nässjö-Formation: feinkörnig-laminierte, tonreiche Sandsteine aus fluviatil-lakustriner Entstehung (evtl. Deltabereich) sowie konglomeratische Sandsteine.
Forserum-Formation: v. a. mittelkörnige Sandsteine, z. T. konglomeratisch, feldspatarm, aus fluviatilen Ablagerungen.
Branteberg-Formation: div. Abfolgen von basalen Konglomeraten bis zu geschichteten Feinsandsteinen (vermutl. aus alluvialer Fächer-(Fan-)Umgebung).
Storekvarn-Formation: überwiegend grauer quarzitischer Sandstein mit zwischengelagerten Konglomeraten aus fluviatiler Ablagerung.

Diese wenigen stichpunktartigen Hinweise zeigen, dass das Gesteinsaufkommen in der Almesåkra-Gruppe sehr komplex ist, wenngleich insgesamt feldspatführende Sandsteine in unterschiedlicher Ausprägung dominieren. Konglomerate sowie feingeschichtete (teilweise quarzitische) Tonsteine treten nachrangig auf. Auf Grund der vielen Kontakte zwischen den Sedimentgesteinen und den intrusiven Doleriten gibt es diverse Vorkommen von Kontakmetamorphosen.

Der Unterschied zu anderen Jotnischen Komplexen in Schweden besteht insbesondere darin, dass die Gesteine hier stärker gestört sind   -  tektonisch und durch die räumlich dichte Durchdringung von doleritischen Magmen. Auch treten mehr tonige Gesteine auf als in anderen Jotnischen Sequenzen.
 
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover, Sgl. Pittermann u. a.:
Quarzite:
Almesåkra Nässjö NW Nässjö E Forserum
Almesåkra-Quarzit Almesåkra-Sandstein
NE Aneby NW Nässjö Marbäcks k:a Sandstein, Sjunnaryd
Tonsteine (Argillite):
Almesåkra-Sandstein
Nässjö loser Stein, NE Aneby loser Stein, NE Aneby loser Stein, NE Aneby
metamorph überprägte Kontaktgesteine:
Almesåkra-Sandstein  
Nässjö W Eksjö W Eksjö  
2 Nahgeschiebe und eine Brekzie mit Quarzit-Klasten:
 
Nahgeschiebe, S Forserum Nahgeschiebe, NW Bodafors   Aneby
 
 
Literatur:
Rohde A. 1987: Depositional environments and lithostratigraphy of the Middle Proterozoic Almesåkra group, southern Sweden SGU 69 S. 1-80
Persson L., Wikman H. 1986: Beskrivning till provisoriska översiktliga berggrundskartan Jönköping, SGU  Ba 39
 
 
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