Schweden  -  Metamorphite  -  Dannemora 

Die Dannemora-Formation (1,9 Mrd. Jahre) besteht aus felsischen Vulkaniten (Rhyolite und Pyroklastika) und metamorphosiertem Kalkstein (Dolomit), der bedeutende Eisenerzlager enthielt. Das Eisenerz wurde seit dem Mittelalter in Dutzenden von Minen abgebaut. 
Die streifigen Hälleflinten treten lagenweise in den kristallinen Kalken auf. Es sind flintartige, hart splitternde Gesteine aus einem dichten Quarz-Feldspatgemenge, ursprünglich entstanden aus Vulkanascheablagerungen. Charakteristisch ist der Wechsel von unterschiedlich gefärbten, mitunter welligen Schichten. Durch die Streifung sind die (seltenen) Geschiebefunde gut zu bestimmen.


Handstücke (Haldenfunde) aus dem Anstehenden, Universität Greifswald, Geozentrum Hannover, Sgl. R. Hanning u. a.:
gestreifte Hälleflinta Dannemora streifige Hälleflinte Dannemora striped helleflint Dannemora
Metasediment Dannemora
Dannemora-Hälleflinta      
Marmor von Dannemora:
Dannemora-Marmor      
     
  
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 201:
Gestreifte Hälleflinta von Dannemora
"... Ein für das bloße Auge dichtes, mineralisiertes Gestein mit breiteren oder schmaleren, abwechselnd hellen und dunklen Farbbändern; die Farbbänder parallel und mit einem eigenwilligem Verlauf; dunkle Bänder zeigen einen Farbverlauf von hell nach dunkel. Breite der Bänder von 1 mm bis wenige cm.

Im Erzgebiet von Dannemora, 50 km nördlich von Uppsala, kommen dichte Hälleflinte mit sehr unterschiedlichem Habitus vor. Törnebohm (1878) weist auf quarzitische, porphyrische, brekziöse, homogene, gebänderte und gestreifte Varianten hin. Nur letztere sind als Leitgeschiebe verwendbar.
Die gestreifte Hälleflinta zeigt abwechselnd 1 - 30 mm breite, helle und dunkle Farbzonen; diese Farbbänder können unter anderem sein (Nyström 1922):
   1. schwarz und weiß;
   2. dunkel- und hellgrau (am häufigsten);
   3. rot und schwarz;
   4. grün und schwarz.
Es kommen auch andere Kombinationen der genannten Farben vor.
Die Bänder können einander regelmäßig abwechseln, es treten aber auch Unregelmäßigkeiten auf, wie Verzeigungen. Manchmal sind die „Streifen“ gerade; an anderer Stelle sind sie gebogen oder schlangenartig gekrümmt. In einem Handstück kann eins ins andere übergehen. Stellenweise sind dunkle Bänder zerbrochen und bleiben als aneinander gekittete Fragmente zurück. Die meisten dieser Abweichungen gehen nach Nyström vermutlich darauf zurück, dass das aus einer früheren Entstehungsphase stammende Gestein später lokalem Druck ausgesetzt war.
Die dunklen Streifen sind meist scharf gegen die hellen abgegrenzt, doch tritt nicht selten auch eine allmähliche Farbveränderung auf, wobei die Streifen bzw. Bänder nahezu unmerklich ineinander übergehen. Die mikroskopische Untersuchung zeigt, dass die dunkle Farbe durch Zoisit-Aggregate verursacht wird und dass durch Zu- oder Abnahme des Zoisits innerhalb der dunklen Bänder eine allmähliche Veränderung der Farbintensität eintritt. Im Übrigen besteht die Masse der hellen und dunklen Bänder vor allem aus winzigen Quarz- und Feldspatteilchen, neben Epidot, Hornblende, Calcit und Muskovit. Mit der Lupe sind diese Minerale nicht nachweisbar. Eine Ausnahme bilden bis 4 mm große, grüne Chloritblättchen in den hellen Streifen (Hesemann 1975). Selten kommen mit Epidot oder Zoisit gefüllte Höhlungen vor.
Nyström geht von einer ersten Genese als Ablagerungsgestein aus..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 
 
Die Streifige Hälleflinta von Dannemora ist von der SGU gewählter Landschaftsstein (Landskapssten) für die Region Uppland.
"Der Landschaftsstein von Uppland ist die dichte, feinkristalline Hälleflint. Trotz ihrer Ähnlichkeit mit Flint hat die Hälleflint einen anderen Ursprung. Ursprünglich, vor ca. 1900 Mio. Jahren, setzte sie sich als Vulkanasche ab. Die Hälleflint ist nahezu immer deutlich gestreift, in den Farben grauschwarz-olivgrau-rotweiß-schwarzgrün-goldbraun. Sie kommt oft in Wechsellagerung mit kristallinem Kalk und metallischen Minerallagerstätten vor..."
(= erklärender Text auf der Webseite: http://www.sgu.se/sgu/sv/geologi/landskapsstenar.html )
 
 
Literatur:
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen, S. 204
Nyström E. 1922: Petrographical and chemical observations on the Hälleflintas of the Dannemora Mining Field. GFF 44, S. 761 - 772

Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden, Nr.120
 
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