Schweden - Impaktite - Bunte Brekzien vom Hummeln-See

Eine etwa 1,2 km große, annähernd runde Lochstruktur im Hummeln-See wird als Impaktkrater interpretiert. In der "Berggrundskarta över Kalmar Län" der SGU ist der Hummeln-See als Impaktstruktur gekennzeichnet.
Eine seismische Überblicksmessung sowie eine Bohrung bis 164 m unter der Seeoberfläche demonstrierten eine Abfolge stark zertrümmerter und eingebrochener Gesteine  -  von kristallinem Grundgebirge und kambrischen Sedimentgesteinen. Obwohl lange Zeit kein signifikanter Quarz in den untersuchten Gesteinen gefunden worden war, wurde seit den 1960er Jahren  ein Impaktereignis im Übergang vom Unteren zum Mittleren Ordivzium angenommen (Lindström et al. 1999).
Eine brandneue Publikation (März 2015) belegte den Nachweis von shocked quartz in brekziösen Gesteinsproben (Alwmark et al. 2015)
                                                                  
Gesteinsproben (lose Steine) vom Südufer des Hummeln:
Hummeln-Brekzie Bunte Brekzie vom Hummeln-See Hummeln, Brekzie Brekzie, Hummeln
lose Steine vom Ufersaum des Hummeln, Südufer 
Die oben abgebildeten Steine wurden inzwischen dem Meteoriten-Labor R. Bartoschewitz (Gifhorn) übergeben. Nachfolgend vier  Proben von kleinen gesägten Teilstücken (angefeuchtet fotografiert).
 
Aus dem Handel (Mineralienbörse Västerås) stammt die unten gezeigte Probe  -  mit einer vergleichsweise sehr hellen und homogenen, suevitartigen (?) Zwischenmasse. Hinweise zur Authentifizierung/Bestätigung sind willkommen.
     
 
 
weiterführende Literatur (Auswahl):
Alwmark et al. 2015: Impact origin for the Hummeln structure (Sweden) and its link to the Ordovician disruption of the L chondrite parent body. Geology V. 43, Nr. 3.
Lindström M., Flodén T., Grahn Y., Hagenfeldt S., Ormö J., Sturkell E.F.F., Törnberg R., 1999: The lower Paleozoic of
the probable impact crater of Hummeln, Sweden. GFF 121: 243-252.
Thiedig F. 1971: Großmeteoriten-Einschläge in Skandinavien und ihre Bedeutung für die Geschiebeforschung. -  Der Geschiebesammler 6, S. 1-34

 
       
       
zur Übersichtskarte Nordostsmåland (Lokalität 34)