Schweden  -  Magmatite  -  roter Småland-(Växjö-)Granit

Die ältere beschreibende Literatur (Holmquist, siehe auch Hesemann S. 33) schließt unter der Bezeichnung "Roter Växjö-Granit" alle "sauren" (roten) Småland-Granite einschließlich der sehr grobkörnigen, charakteristischen und genetisch teilweise gesonderten Ostsmåland-Granite zusammen. Heute werden damit weitgehend gleichkörnige, klein- bis mittelkörnige, rötliche Småland-Granite angesprochen. Sie treten in vielen Regionen von Småland in unterschiedlichen Varianten auf, die auf vielerlei Weise ineinander übergehen. Nachfolgend werden einige Beispiele roter Småland-Granite gezeigt, um das mögliche Erscheinungsbild zu verdeutlichen.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Universität Greifswald, Geozentrum Hannover, Sgl. A. P. Meyer u. a.:
hellrötliche Varianten
roter Växjö-Granit
S Älghult W Blomstermåla SW Mönsterås N Torsås
hellroter Växjö-Granit    
St Torrö (Allgunnen) Älmeboda    
Varianten mit Hämatitimprägnierung
roter Granit    
Steinbruch Kofällan Oskarshamn    
dunkel braunrote oder vollrote Variante
Roter Växjö-Granit Roter Växjö-Granit Roter Växjö-Granit
Lönneberga S Nybro N Ankarsrum ESE Ishult
Roter Växjö-Granit roter Växjö-Granit
NE Braås Steinbruch Älvehult N Kosta Mönsterås
mit Blauquarz
Tuna-Granit Tuna-Granit Blauquarzgranit
N Påskallavik E Götemar   S Kristdala NW Götemar
Vollroter Granit mit grauweißem Quarz
vollroter Växjö-Granit roter Växjö-Granit vollroter Växjö-Granit
W Silverdalen S Lönneberga S Linden N Skullaryd
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. S. 286:
Roter Växjö-Granit
"... Mittelkörnig, rot-grau, blassrot oder grau-rosé; Quarz teils granuliert, teils als eigenständige Körner; Feldspat (meist Mikroklinperthit) bis 1-2 cm, zum Teil fein zerdrückt, graurot; Plagioklas meist unauffällig; dunkle Minerale gruppiert; Farbe des Quarzes grauweiß bis farblos (sofern granuliert) sowie bläulich oder violettblau (die eigenständigen Körner); alle Minerale zeigen sehr unregelmäßige Korngrenzen.
 
Holmquist (1906) gibt das Vorkommen dieses Gesteins auf dem Kartenblatt Vetlanda an. Es handelt sich um einen mittel- bis feinkörnigen, dem Tuna-Granit nahe stehenden Typus. Tuna-Granit hat allerdings immer schön violettblauen Quarz, während das bei dem Roten Växjö-Granit nicht immer der Fall ist (siehe auch Overweel 1958a). Megaskopisch sehen wir einen Orthoklas-Quarz-Granit, in dem der Quarz zum Teil fein aggregatische Komplexe bildet. Auch manche cm große, hellgraurote Feldspäte bestehen aus kleinen Aggregaten. Das geht zum Teil sicher auf Bruch durch Druck-einwirkung zurück. Der Feldspat besteht überwiegend aus perthitischem Mikroklin. Die anderen Hauptkomponenten des Gesteins sind Quarz und Plagioklas. Mitunter treten sehr feine mikropegmatitische Partien auf. Der Plagioklas ist in unverwittertem Zustand schwer auszumachen; bei fortgeschrittener Verwitterung ist er an der hellen Farbe (häufig weiß, manchmal leicht grünlich) und an seiner Trübheit zu erkennen. Dunkle Minerale, insbesondere Biotit, sind in wechselnder Menge vorhanden. Oft sind sie unbedeutend, manchmal jedoch treten grünschwarze Flecken oder Streifen stärker in den Vordergrund. Gewöhnlich ist ein Teil des Biotits in Chlorit umgewandelt. Stellenweise ist etwas Epidot vorhanden, oder der Plagioklas ist in Epidot und Serizit umgewandelt. In dem von Holmquist beschriebenen Typus von Vetlanda ist die Deformation beträchtlich; ersichtlich wird das aus den sehr unregelmäßigen Korngrenzen sowie dem Auftreten von Mörtelpartien und Zonen starker Zerdrückung. Obwohl im Allgemeinen viel von dem Quarz granuliert ist, sind auch Quarzrelikte mit Resten von Eigenformen zu sehen. Hesemann (1975) fügt dem hinzu, dass diese Relikte mitunter eine violettblaue Farbe aufweisen und dass auch Varianten vorkommen, in denen aller freie Quarz bläulich ist.
Die oben beschriebenen Merkmale beziehen sich in der Hauptsache auf eine Varietät des Roten Växjö-Granits. Unter diesem Namen sind jedoch noch weitere Typen erfasst, die der beschriebenen Form ähneln, aber in der einen oder anderen Weise abweichen, u. a. durch: eine andere Hauptfarbe (beispielsweise eine hellere, eine weniger rote oder gerade eine vollrote Farbe); eine wechselnde Menge an dunklen Mineralen; unterschiedliche Abmessungen der Feldspäte (meist kleiner als 15 mm, manchmal länger als 20 mm); eine gröbere oder feinere Matrix; grüngelbe, trübe Feldspäte; mehr eigenständigen, bläulichen oder hellgrauen Quarz..."
J. G. Zandstra 1988, Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988, S. 273 ff

Växjö-Granit in seinen variablen Erscheinungsformen ist als Leitgeschiebe für Småland verwendbar, genauere Lokalisierungen sind kaum verlässlich zu verifizieren. In der schwedischen Literatur wird heute auf den Lokalnamen "Växjö" verzichtet und die Bezeichnung (roter) Småland-Granit verwendet.
 
Literatur: 
J. Hesemann 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen, Krefeld, S. 32 - 40 (hier wird die Bezeichnung "roter Växjö-Granit" als Sammelbegriff für rote Alkalifeldspatgranite, "grauer Växjö-Granit" für quarzarme, mafitreiche Plagioklasgranite verwendet)
P. J. Holmquist 1906: Studien über die Granite von Schweden, Bull. of Geol. 1906, S. 164
K.-A. Kornfält 1999: Beskrivning till berggrundskartan 3F Karlskrona NO, SGU Uppsala
P. H. Lundegårdh, , Wikström, A. & Bruun, Å. 1985: Beskrivning till provisoriska översiktliga berggrundskartan Oskarshamn. Sveriges Geol. Unders. Ser. Ba 34. ...
P. Smed/J. Ehlers 2002: Steine aus dem Norden, Borntraeger, S. 130
J. G. Zandstra 1988, Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
J. G. Zandstra 1999. Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden, Nr. 174
   
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