Schweden - Magmatite - Flivik-Granit und Umgebung

Der an der Grenze zu den Västervik-Metasedimenten anstehende Småland-Granit ist ein einigermaßen dunkler Monzogranit mit blauem oder grauem Quarz. Im engeren Kerngebiet um den Ort Flivik und an der Ostküste um Klintemåla ist das Gestein weitgehend gleichkörnig und wurde früher in mehreren Steinbrüchen abgebaut. Im Übrigen tendiert das Gefüge zu Grobkörnigkeit und rötlich-brauner Farbigkeit, partiell mit violettem Kalifeldspat. Weiträumig eingeschaltet sind Gebiete mit grobkörnigen bzw. ungleichkörnigen Augengraniten. Die groben Varianten enthalten häufig kräftig gefärbten Blauquarz.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover, BGR Berlin u. a.:
I aus dem Kerngebiet von Flivik:
Flivik-Granit Flivik-Granit Flivik-Granit Flivik-Granit
aktiver Steinbruch W Flivik eh. Steinbruch, Ortsrand Flivik Ortsmitte Flivik eh. Steinbruch W  Flivik
Flivik-Granit      
S Ortsausgang Flivik      
       
II eine überwiegend gleichkörnige Blauquarzvariante des Flivik-Granits, früher (auch in der schwedischen Literatur,
s. u.) als V
ånevik-Granit bezeichnet, ca. 3 km S und W von der Ortsmitte Flivik:
Flivik-Granit  
Kallsebo 2 Kallsebo 4  eh. Steinbruch S Flivik  
       
III Rötlich-braune Blauquarzvarianten W und S von Flivik, überwiegend grobkörnig:
Flivik-Granit Flivik-Granit Flivik-Granit Flivik-Granit
N Viksjön E Mörtfors W Solstadström 4 km S Flivik
IV Beispiele von Umgebungsgesteinen zum Flivik-Granit:
Monzogranit von Klintemala Monzogranit Flivik-Granit Granit
Klintemåla E Göljhult SW Hökhult  S Flivik
Geschiebe:      
   
FO: Møn, DK FO: Johannistal, OH    

 
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S 288:
Flivik-Granit
"... Dunkelrotgraue, mittelkörnige Matrix mit viel Feldspat (Kalifeldspat und Plagioklas), Quarz und wenig dunklen Mineralen; Quarzkristalle farblos bis blau, manchmal zum Teil grauweiß und zuckerkörnig; in dieser Matrix liegen gewöhnlich große, oft rechteckige, violettgraue oder graurote Feldspäte; Geschiebe zeigen häufig eine auffallende Frische.

Flivik-Granit steht N von Oskarshamn an der Ostküste von Småland an. Es ist ein mittelkörniges, in frischem Zustand auffallend dunkel wirkendes, schwarzrotgraues, auch graurotes, einigermaßen porphyrisches Gestein. Hauptbestandteile der Matrix sind Quarz und Kalifeldspat. Der Quarz kommt als farblose bis blaue, 1 - 5 mm große, sehr durchscheinende Körner vor. Mitunter ist aller Quarz oder ein Teil davon weißgrau und zuckerkörnig. Der Feldspat der Matrix besteht hauptsächlich aus bis 6 -10 mm langem, hellrotem, perthitischem Orthoklas und Mikroklin. Plagioklas ist geringer vertreten. Obwohl der Plagioklas eine klarere, eher rechteckige Kristallform aufweist als der Kalifeldspat, ist er schwer auszumachen. Der Biotit bildet Aggregate innerhalb der Quarzmasse; manchmal sind diese Konzentrationen als kurze Adern entwickelt. Der Anteil des Biotits ist gewöhnlich niedrig. Als Akzessorien können Apatit, Zirkon und Erz auftreten; auch kleine, gelbe Titanitkörner sind zuweilen zahlreich.
Kennzeichnend für den Flivik-Granit sind bis 1 - 2 cm lange, violettgraue, graurote oder dunkelgraue Kalifeldspäte. Diese Feldspäte formen dicke, säulenförmige Tafeln. Nicht selten bilden sich Aggregate; manchmal sind die Kalifeldspäte verzwillingt; häufig ist ein undeutlicher zonarer Aufbau zu beobachten. Sowohl die großen als auch die kleinen Feldspäte spalten sich in glatten Flächen. Druckerscheinungen sind an der bereits erwähnten Granulierung des Quarzes abzulesen, ferner an einer beginnenden Mörtelbildung des Quarzes (seltener auch des Feldspats) und einer Parallellagerung von Biotitflasern.
Flivik-Granit sieht als Geschiebe oft frisch aus; es ist ein schöner Småland-Granit mit gedämpften Farben und großen eckigen Feldspäten. Früher wurde er als Dekorstein verwendet. Im Steinbruch bei Flivik, 35 km N von Oskarshamn, findet heute kein Abbau mehr statt. Die Varietäten mit großen Feldspäten erinnern etwas an Filipstad-Granit..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988 S. 288

Literatur:
Der Flivik-Granit wird in der schwedischen Literatur (SGU) nicht von den Nordsmåland-(Östergötland-)Graniten gesondert behandelt.
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen. S. 49, 50
Kresten P. 1986: The granites of the Västervik area south-eastern Sweden, SGU C 814
Lundqvist T. 1979: The Precambrian of Sweden - Sveriges Geologiska Undersökning (C) 768: 1-87
Svedmark E. 1903: Beskrifning till kartbladet Oskarshamn, SGU Ac 5 S. 1-85
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden, Nr. 173
Die Nummern (143 und 146 sowie die Bezeichnung Kallsebo 2 und 4) der Steinbrüche nach: Malmer, industriella mineral och bergarter i kalmar Län, SGU Rapporter och meddelanden Nr. 65, Uppsala 1991
 
 
  
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