Schweden  -  Ganggesteine  -  Hyperitdiabas

Hyperit (besser: Hyperitdiabas) ist ein Gabbro, der aus Hypersthen, Augit und durch Eisenoxyd dunkel imprägniertem Plagioklas besteht. Er ist schwarz oder dunkelbraun gefärbt und wird als ornamentaler Baustein abgebaut ("Schwarzer Granit").
Hyperite sind mesoproterozoische Intrusionen und treten gangartig oder in kleinen Vorkommen auf, teilweise schwarmartig gehäuft (u. a. im südlichen Schweden: NE-Schonen, W-Blekinge und S Småland). Innerhalb der Protoginzone liegen sie nord-südlich ausgerichtet und können im Einzelnen eine Breite bis 500 m erreichen. Bekanntestes Vorkommen in Südschweden ist der Taberg SW Jönköping.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover u. a.:
Hyperit von Gumlösa   Hyperit von Immeln Hyperit von Dalby
Hyperit von Gumlösa Hyperit von Hägghult Hyperit von Immeln Hyperit von Dalby
Taberg-Hyperit    
Taberg-Hyperit Ölme-Hyperit    
 
Beschreibung in Hesemann (1975) S. 104:
Hyperit
"... Ein Gestein, welches sich wegen seiner frischen Beschaffenheit, braunschwarzen Farbe und basischen Zusammensetzung von anderen Geschieben abhebt, ist Hyperit. Sein Anstehendes ist als Füllung der großen "Erdnaht" zwischen Prägotium und Gotium in Värmland und Småland ansehnlich und erklärt auch das zwar nicht überwältigende, aber stetige Auftreten in Geschieben.
Es sind schwarzbraune und braunviolette, mittelkörnige Gesteine, welche von Gabbros die dunklen Minerale, von Diabasen die durch Plagioklasleisten gebildete ophitische Struktur entliehen haben. Die Plagioklas-Leisten können auch in einer Richtung orientiert sein. Der Plagioklas enthält 50% An. Es gibt Übergänge zu Hypersthenamphiboliten mit grauweißen Feldspäten und Hornblende (teilweise mit rotem Granat, mit Quarz und Biotit) sowie schiefrigem Gefüge.
Der Hypersthen ist braunrot, Augit braunviolett (auch grünlicher Diallag). Olivin (2 - 5 mm) ist manchmal mit einem Kranz von Hornblende umgeben. Titanomagnetit ist stets beigemengt und bildet auch die große Erzschliere im Hyperit des 1 km langen und 400 m breiten Bergrückens bei Taberg mit bemerkenswertem V-Gehalt.
Geschiebe sind zwischen Rhein und Oder wiederholt gefunden worden. Hyperit begegnet man als Gestein für Grabdenkmäler und Fassaden-Verkleidungen."
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen S. 104 (Nr. 44)
 
 
Literatur:
Hjelmqvist S. 1950: The titaniferous iron-ore deposit of Taberg in the south of Sweden, SGU C 512 S. 1-55
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen
Johansson L. 1992: Plagioclase clouding in mafic intrusions along the Protogine Zone in southern Sweden, GFF 114, 3 S. 353-358
Lundqvist T. 1979: The Precambrian of Sweden - Sveriges Geologiska Undersökning (C) 768: 1-87
Wikman H. 1998: Beskrivning till berggrundskartorna Växjö SV och SO Af 188 und 200 (S. 40)
 
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