Schweden  -  Ganggesteine  -  Kullait (Dalby)

Plagioklas-dominiertes, grünlich-graues Ganggestein, auch mit roten Flecken (Kali-reiche und durch Hämitisierung rötlich gefärbte Einschlüsse). Kleine Mandeln sind mit Kalifeldspat, Epidot, Chlorit und Calcit gefüllt. 
S. Hjelmqvist beschreibt 1934 das Auftreten von schmalen Kullaitgängen in drei verschiedenen Steinbrüchen bei Dalby. Der Hauptsteinbruch, Stenkross, ist heute noch aktiv, der Kullaitgang gilt jedoch als verschüttet.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover:  
Dalby-Kullait 17 Dalby-Kullait 15 Dalby-Kullait 26 Dalby-Kullait 20
Dalby-Kullait 23 Dalby-Kullait 24 Dalby-Diabasporphyrit
      Diabasporphyrit
       
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S 349:
Kullait von Dalby
"...Der Kullait von Dalby stellt ein sehr merkwürdiges Gestein dar - mit einer Reihe von Merkmalen eines Syenitporphyrs (das Aussehen), zugleich aber diabasartigen Merkmalen auf Grund der sehr fein ophitischen Grundmasse und der mineralogischen und chemischen Zusammensetzung. Nach Hjelmqvist (1939, 1939) sind die Hauptbestandteile Plagioklas in Form von Andesin (43,5 Gewicht-%), Kalifeldspat (13,4 Gewicht-%) sowie in Delessit umgewandelter, dunkelgrüner Chlorit (22,2 %). Außer diesen Mineralen sind gelbgrüner Epidot (4,6%), Augit (2,3%) und Apatit (4,4%) enthalten. Das letztgenannte Mineral bildet winzige, kurze Prismen. Im Gegensatz zum Kullen-Typ (170) fehlt Quarz, dafür kommt Epidot hinzu. Die Hauptfarbe des Gesteins ist graugrün; diese Grundfarbe wird hier und da vom Rot der bis 10 mm, seltener bis 20 mm langen Kalifeldspateinsprenglinge. Manchmal ist das gesamte Gestein ziemlich rötlich.
Kennzeichnend ist der ophitische Aufbau der sehr feinkörnigen Grundmasse. Die Länge der Bestandteile liegt bei etwa
1 mm. Mitunter ist das Gefüge richtungslos, aber es treten auch geaderte bis fluidale Formen auf. Charakteristisch ist ferner die divergent strahlige Anordnung schmaler Feldspäte. Alles ist so fein, dass die Wahrnehmung mit der Lupe allein meist nicht gelingt. Das Gestein ist zuweilen reich an bis 1-2 cm großen Mandeln. In diesen Mandeln wuchsen während der Kristallisation vom Rand zum Kern hin eins oder mehrere der folgenden Minerale: (a) Plagioklas, (b) Kalifeldspat, (c) Epidot, (d) Dellesit und schließlich (e) Calcit. Die Gestalt der Mandeln ist abgerundet oder sehr unregelmäßig. Häufig kommen diese Extreme nebeneinander vor ..."
Zandstra J. G.: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten (Nördliche kristalline Leitgeschiebe), E. J. Brill 1988
       
       
Literatur:
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLNW, S. 92 ff.
Hjelmqvist S. 1930: Kullait von Dalby. Geologiska Föreningens i Stockholm Förhandlingar, 52, 247-268
Hjelmqvist S. 1934: Zur Geologie des schwedischen Grundgebirges - Die kristallinischen Gesteine des Romeleåses, Lund 1934 (Meddelanden från Lunds Geologisk-Mineralogiska Institution Nr. 58), S. 162
Hjelmqvist S. 1939: Some post-silurian dykes in Skania and problems suggested by them, SGU C, Nr. 430, 33, 1-32
Klingspor I. 1976: Radiometric age-determination of basalts, dolerites and related syenites in Skåne, southern Sweden
GFF 98, 3 S. 197-216
Obst K. 1999: Die permosilesischen Eruptivgänge innerhalb der Fennoskandinavischen Randzone (Schonen und Bornholm). Greifswalder Geowissenschaftliche Beiträge Heft 7, S. 32
Wikman H., Sivhed U. 1987: Berggrundskartan 3D Kristianstad SV, 1:50 000, SGU Af 155
Zandstra J. G.: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten (Nördliche kristalline Leitgeschiebe), E. J. Brill 1988
   
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