Schweden   -   Vulkanite   -   Schonen-Basalt

Jurabasalte, Basaltkuppengebiet NW von Höör, Schonen

Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover u. a.:
Schonenbasalt Sösdala Schonenbasalt Knutshög Schonenbasalt Röstanga Schonenbasalt Härthallarna
Sösdala Knutshög Röstånga Hästhallarna
Schonen-Basalt Säte Schonen-Basalt Allarp Schonen-Basalt Allarp Olivinbasalt Allarp
Säte  Allarp  Allarp  Allarp 
Schonen-Basalt Ynglingarum Schonen-Basalt Verwitterungsrinde Schonen-Basalt Röslöv Schonen-Basalt Röslöv
Ynglingarum Ynglingarum Röslöv  Röslöv 
Geschiebefunde:
   
FO: Klintinghoved, DK FO: Messeberg, Berlin    
       
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 351:
Schonen-Basalt
"... Unter den Schonen-Basalten gibt es Typen mit viel Feldspat in der Matrix (Plagioklasbasalt mit oder ohne Glasteilchen), ferner Nephelinbasalt (ebenfalls zum Teil mit Glassplittern), Leucitbasalt und Basalt mit vielen Glasteilchen (Limburgit). In der zuletzt genannten, feldspatreichen Varietät nimmt das Glas bis mehr als die Hälfte des Volumens ein. Die oben aufgeführten Typen lassen sich mit der Lupe nicht voneinander unterscheiden. Das gleichmäßig grauschwarze bis schwarze Gestein hat eine glanzlose Bruchfläche, die allerdings durchbrochen wird durch unzählige Glanzpunkte winziger Mineralteilchen. Diese Teilchen sind Einsprenglinge, die eine Größe von 1mm kaum überschreiten und in den meisten Fällen deutlich kleiner sind. Als Geschiebe ist der Basalt an der wenige mm starken, hell- oder gelbgrauen Verwitterungskruste zu erkennen, die bei intensiven Bürsten größtenteils schwindet und nass eine lehmige Substanz abgibt.
Wie bereits erwähnt weist Schonen hinsichtlich chemischer Zusammensetzung und Aufbau unterschiedliche Basalttypen auf (u. a. Van Calker 1885 – 1912), diese sind aber megaskopisch nicht voneinander zu unterscheiden. Auch die Abgrenzung zu Basalten aus anderen Herkunftsgebieten ist mit der Lupe nicht und auf mikroskopischem Weg nicht immer möglich. Dieses Problem ergibt sich auch bei den Oslo-Basalten, die gewöhnlich jedoch größere Einsprenglinge (oft mehr als 1cm) aus Augit und Plagioklas haben und auch häufig eine weniger dichte Matrix aufweisen. Im Schonen-Basalt, speziell in manchen Nephelinbasalten, kommen bis 2 cm große, flaschengrüne Olivinaggregate vor.
Es bleiben uns also beim Schonen-Basalt nicht viele Möglichkeiten zum Untersuchen mit der Lupe. Doch sollte in Gegenden mit relativ vielen Geschieben dieses Gesteins früher oder später ein Exemplar mit charakteristischen Merkmalen gefunden werden können. Ein Stein mit solchen Merkmalen, stets ein seltener Fund, wird dann eins oder mehrere der folgenden Kennzeichen aufweisen:
  1.   Drusen mit mineralischer Auskleidung (u. a. Calcit).
2.   In braunschuppigen Iddingsit umgewandelte cm große Aggregate (aus Olivin gebildet).
3.   ein fluidaler Aufbau der Matrix (nur in der Verwitterungsrinde erkennbar).
4.   Mandeln in Form von cm großen, abgerundeten Zeolith-Drusen; die Drusenfüllung hat häufig einen grünen  
      Rand (Zeolith-Gruppe: natrium-, calcium- oder bariumhaltige Aluminiumsilikate).
5.   Bruchstücke eines anderen Typs Basalt.
6.   bis 5 mm große Augiteinsprenglinge.
7.   bis 2 mm lange, schmale Einsprenglinge aus weißem Plagioklas.
Schonen-Basalt ist meist gut als Leitgeschiebe brauchbar. Man achte dabei auf die Geschiebegesellschaft als Ganzes. Kommen viele südschwedische Gesteine vor, dann ist für den Basalt eine Herkunft aus Schonen glaubhaft. In Mittel-Niederland sollte man die Verwechslungsmöglichkeit mit deutschen Basaltbrocken beachten, die durch den Rhein aus der Eifel und dem Siebengebirge verfrachtet worden sind. An Stellen mit viel Oslo-Material ist naturgemäß mit Funden von Oslo-Basalten (209) zu rechnen...."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988, S.351
 
 
Literatur:
Bergelin I. 2009: Jurassic volcanism in Skåne, southern Sweden and its relation to coeval regional and global events. GFF Bd. 131 S. 165-175. Z. Zt. unter http://www.informaworld.com/smpp/title-content=t902829199 zu finden.
Bergelin I. 2006: ⁴°Ar/³⁸Ar geochronology of basalts in Scania, S Sweden: evidence for two pulses at 191-178 Ma and 110 Ma, and their relation to the break-up of Pangea. Geol. Examensarbeit Universität Lund  Nr. 205.

Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen,
S. 148-158
Johansson Å. 1992: Magmatic activity along the southern part of the Protogine Zone, southern Sweden, GFF 114, 3 S. 359-360
Klingspor I. 1976: Radiometric age-determination of basalts, dolerites and related syenites in Skåne, southern Sweden
GFF 98, 3 S. 197-216
Smed P./Ehlers J.: Steine aus dem Norden Bornträger 2002
Wikman H., Sivhed U. 1987: Berggrundskartan 3D Kristianstad SV, 1:50 000, SGU Af 155
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys 1999

www.geobib.lu.se/publikationer/geologi/fulltext/205.pdf
 

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