Oslo-Gebiet  -  Sedimentgesteine  -  Biri-Konglomerat

Das Biri-Konglomerat (Biskopåsen-Konglomerat) stellt die grobklastische Komponente der bis 3000 m mächtigen Sparagmite-Serie im südlichen Norwegen dar. Diese Serie besteht aus eokambrischen Sedimenten im Bereich der Randsenken der kaledonischen Geosynklinale. Sie entstand aus Molasseablagerungen und beinhaltet schwach metamorphe Arkosen mit eingelagerten Kalken, Tonschiefern sowie das z. T. sehr grobe Biri-Konglomerat.
Die polymikte Biri-Konglomeratschicht ist bis zu 300 m stark und liegt zwischen der basalen Brøttum- und der aufliegenden Biri-Formation. In den unteren Lagen mit besonders groben Fraktionen bestehen die Klasten fast ausschließlich aus grauem Granit, in den mäßig groben mittleren Schichten aus grauen Graniten, Gneis, hellen Quarziten, dunklen Sandsteinen und dunklem Quarzit. Die oberen Konglomerat-Lagen
enthalten kleinere Gerölle aus hellem Quarz und Quarzit. In der engeren Mjøsa-Region treten auch kantige Fragmente aus Kalkstein, kalkhaltigem Sandstein, Basalt sowie kleine schwarze Phosphoritknollen auf. Die blaugraue Arkose der obersten Schicht geht in eine kalkreiche Arkose und in den darüber liegenden Biri-Kalkstein über.
Als Besonderheit kommen in den Konglomeraten im Norden des Vorkommens (Fåvang) Anorthosit-Klasten vor.

In der Literatur wird überwiegend die Bezeichnung Biri-Konglomerat verwendet, sie bezieht sich auf den Ort Biri am Nordwestufer des Mjøsa, südlich Lillehammer. Biskopåsen (Typlokalität) ist ein Berg gegenüber von Biristrand auf der Ostseite des Sees.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Sgl. D. Pittermann:
Biskopåsen-Konglomerat (Straßenanschnitt nördlich von Moelv, Uferstraße zum Mjösa-See):
Kalksteinkonglomerat mit kantigen Fragmenten (Straßenaufschluss am Ufer des Mjøsa-Sees, SE Biri):
     
 
Geschiebebeispiele:
     
FO: Hökholz FO: Davinde, Fyn, DK    
 
 
Literatur:
Bjørlykke K. et al. 1976: Late precambrian sedimentation in the central sparagmite basin of south Norway. Norsk geologisk tidsskrift 56 (3), 233-290
Englund J.-O. 1966: Sparagmittgruppens bergarter ved Fåvang, Gudbrandsdalen. En sedimentologisk og tektonisk undersøkelse. NGU Publ. nr. 238 s. 55-102
Løberg B. E. 1970: Investigations at the south-western border of the Sparagmite basin (Gausdal, Vestfjell and Fåberg Vestfjell), Southern Norway. Inst. for geologi, Universitetet Oslo.
Nordgulen Ø. 2005: Mjøsaregionen, geologisk berggrunnskart M 1:250 000, NGU, Mjøsaregionen

Skjeseth S. 1963: Contributions to the geology of the Mjøsa Districts and the classical Sparagmite Area in Southern Norway. Universitetsforlaget Oslo, NGU.
Svendby K. und Olsen L. 2015: Database for geologiske enheter - Biskopåsformasjonen. NGU