Oslo-Gebiet  -  Magmatite  -  Oslo-Biotitgranit

Granite treten innerhalb des Oslo-Grabens in verschiedenen meist kleineren Vorkommen auf. Am umfangreichsten und bekanntesten ist das des klar konturierten Drammen-Batholiths. Er stellt eine multiple Intrusion mit zwei Hauptkomplexen dar, die petrographisch geringfügig voneinander abweichen.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover, BGR Berlin, Universität Greifswald u. a.:  
Biotitgranit Typ I (vor allem Drammen-Granit, das Gefüge mehr oder weniger pyterlitisch):
Oslo-Biotitgranit Oslo-Biotitgranit
Heggedal, Røyken Støa, Drammensfjord Tranby  Ringstad
Drammengranit
 Berger, SE Sande  Svelvikveien Tofteveien Tofteveien
Drammen-Granit  
N Drammen Bjørgeseter, N Harestua Gulskogen  
grauer Typus:
Oslo-Biotitgranit  
Lahellholmen, Drammensfjord WSW Gulskogen WSW Gulskogen  
Biotitgranit Typ II (mit Übergangsformen zum Ekerit und Nordmarkit):
Drammengranit
Nedre Eiker, W Drammen Steinbruch Nedre Eiker Steinbruch Nedre Eiker Drammen
Drammen-Rapakivi (und Drammen-Granit Typ Kopervikdalen, Drammensfjord):
Oslo-Rapakiwi Drammen-Rapakiwi
Nøstodden, Drammensfjord S Drammen Kopervikdalen Svelvik
Geschiebefunde (auch Nahgeschiebe):
FO: Ertebølle, DK FO: Nissum Bredning, DK FO: Slagentangen, NO FO: Slagentagen, NO
 FO: Slagentangen, NO FO: Slagentangen, NO FO: Slagentangen, NO FO: Slagentangen, NO
       
       
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 394:
Oslo-Biotitgranit I (Drammen-Granit)
"... Mittel- bis grobkörnig, fleischrot oder blassrot; Quarz und Feldspat korrodiert; zuweilen granophyrisch; auch schwach porphyrisch durch rechteckige Feldspat- und abgerundete Quarzeinsprenglinge; große Feldspäte häufig zonar, ummantelt; sehr wenig Biotit; Alkaligranit mit viel grauem Quarz.

Durch Gaut (1981) wurden die biotithaltigen Granite aus dem Oslogebiet nach Alter, Genese und Äußerem in Biotitgranit I und Biotitgranit II eingeteilt. Wir schließen uns hier dieser Einteilung an. Biotitgranit I ist mittel- bis grobkörnig. Die Minerale der Matrix sind einesteils unregelmäßig begrenzt bis ausgesprochen körnig. Andere zeigen eine recht deutliche Kristallform (hypidiomorph-körniger Aufbau). Mitunter ist das Gestein schwach porphyrisch durch größere rechteckige Feldspateinsprenglinge. In Handstücken erwecken Mineralanhäufungen übrigens häufig den Anschein, dass das Gestein sehr grobkörnig sei. Mikrogranitische Varianten sind nicht selten.
Gaut (1981) gibt für den Biotitgranit I als durchschnittliche Zusammensetzung an (vol.%):
       
  Quarz
Alkalifeldspat
Plagioklas
Biotit und Magnetit
Akzessorien: Titanit, Zirkon, Apatit
(selten grüne Hornblende und Muskovit)
25 - 35
40 - 50 (manchmal bis 70)
max. 30
2 -3

 

Der Quarz ist über zwei Generationen verteilt. Dies zeigt sich vor allem in den porphyrischen Varianten des Drammengranits, die größere, unregelmäßig abgerundete, korrodierte Körner mit einer sehr feinen Umrandung aus granophyrischem Quarz und sowohl Plagioklas als auch Alkalifeldspat aufweisen. Der Feldspat ist häufig zonar. Der Plagioklas hat gewöhnlich einen Saum aus Alkalifeldspat, aber Plagioklas (meist Albit) als Umrandung von Alkalifeldspat kommt ebenfalls vor. Eigenständiger Alkalifeldspat ist mikroperthitisch. Der Plagioklasgehalt ist insgesamt variabel (meist niedrig). Der häufig chlorisierte Biotit bildet Aggregate zusammen mit Magnetit und Akzessorien .
Drammengranit stellt das bedeutendste Vorkommen des Biotitgranits I dar. Das lachsrote Gestein zeigt viele petrographische Variationen. Nahezu alle sonst im Oslogebiet auftretenden Varianten des Biotitgranits I sind auch beim Drammengranit zu finden (Huizinga 1969). Typisch porphyrische (Rapakivi-) Formen werden in 193 beschrieben.


Oslo-Biotitgranit II (S. 396)
Fein- mittelkörnig, fleischrot oder blassrot; Quarz und Feldspat korrodiert; reichliche Übergänge zum Syenit (Nordmarkit); gewöhnlich granophyrisch; manchmal porphyrisch; sehr wenig Biotit und/oder Hornblende; Alkalifeldspatgranit.

Biotitgranit II bildet nach Gaut (1981) eine viel inhomogenere Gruppe als Biotitgranit I. Darüber hinaus kommen Übergänge zum umliegenden Nordmarkit und Ekerit vor. In den Übergangsgesteinen ist der Quarzanteil oft niedriger als 20 %. Der normale Typ enthält mehr Quarz, das Mineral zeigt gewöhnlich Korrosionserscheinungen. Eine granophyrische Verwachsung von Quarz mit Feldspat in der Matrix ist die Regel.
Das Gestein ist reich an Alkalifeldspat und gewöhnlich arm an Plagioklas. Varianten mit mehr als 10 % Plagioklas sind ziemlich selten. Die dunklen Minerale können aus Biotit und Hornblende bestehen, oder aus einer Kombination von beiden. Gewöhnlich tritt eine fortgeschrittene Chloritisierung auf. Akzessorien sind noch seltener als im Biotitgranit I
(u. a. Magnetit und Titanit). Meist sind die Minerale der Matrix überwiegend unregelmäßig oder körnig. Gut geformte Kristalle sind im Allgemeinen auf die großen Exemplare beschränkt (hypidiomorph granulierter Aufbau). Auch mikrogranitische und porphyrische Varianten kommen vor.
Das Areal von Typ II ist viel kleiner als von Typ I..."

Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988, S. 39
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Literatur:
Barth T. F. W. 1944: Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic Petrography of the Plutonic Rocks. Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I. Mat.-naturv. Klasse, 9
Brøgger W.C.189
Oftedahl C. 1948: Studies on the igneous rock complex of the Oslo Region. IX. The feldspars. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1948 No.3

Oftedahl C., Dons, J. 1957: Geological Guide to Oslo and District. Oslo, 1957
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden

siehe auch: http://www.ngu.no/upload/Publikasjoner/Special%20publication/SP11_02_Heldal.pdf
 
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