Oslo-Gebiet  -  Ganggestein  -  Kersantit

Kersantit: Ein zu den Lamprophyren gehörendes Ganggestein "consisting of phenocrysts of Mg-biotite.with or without hornblende, olivine or pyroxene in a groundmass of the same minerals plus plagioclase and occasional alkali feldspar." (Le Maitre 2005, S. 97), Tröger 317.
 
Handstücke aus dem Anstehenden, BGR Berlin:
Kersantit Kersantitporphyr    
Kersantit (Brøgger) Kersantitporphyr (Brøgger)    
       
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 406:
Kersantit
"... Grundmasse feinkörnig, stumpf, dunkelbraungrün bis grauschwarz, in der Verwitterung mehr braungrau; häufig porphyrisch durch größere Feldspäte und dunkle Minerale; Grundmasse quarzarm und mit sehr wenig Kalkspat; Lochfüllungen; mit wenigen oder vielen Kalkspat- oder Feldspatmandeln (manchmal fehlend); Ummantelungen von großen Kristallen und Mandeln.

Das Ganggestein Kersantit ist ein Lamprophyr mit Plagioklas und Biotit als Hauptminerale. Von den übrigen Bestandteilen der Matrix sollen hier der, häufig ganz in Chlorit umgewandelte Augit und der in geringen Mengen vorhandene, megaskopisch schwer zu erkennende Quarz und Kalkspat (aufbrausend mit verdünnter Salzsäure) genannt werden. Das Vorkommen im Oslo-Gebiet zeigt eine feinkörnig dunkelgrün- oder dunkelbraungraue Grundmasse, in der Biotit und Chlorit für die grünschwarze oder schwarze Farbnuance und Plagioklas (ca. die Hälfte des Volumens einnehmend) für das matte Aussehen sorgen. Bei intensiver Verwitterung kann die Farbe des Gesteins sich abschwächen zu gelb- oder graubraun. Kersantit ist manchmal porphyrisch durch max. 10 mm lange, breitrechteckige Plagioklaskristalle und Einsprenglinge aus Biotit und Augit. Mitunter lässt sich ein einzelner 1 – 2 cm großer Bronzitkristall erkennen. Gewöhnlich liegen diese Einsprenglinge unregelmäßig in der Grundmasse verstreut. Die Randzone der großen Feldspäte zeigt oft eine andere Farbe als der Kern. Lochfüllungen mit Kristallgruppen sind häufig. Auch Mandeln aus u. a. Feldspat und Kalkspat können vorkommen. Dieses extrusive Gestein ist bekannt als Kugelkersantit.
Tröger (1935, Neuausgabe 1969) gibt folgende Zusammensetzung (vol. %) für den gewöhnlichen Kersantit:
  Plagioklas
Biotit / Chlorit
Pyroxen / Chlorit
Quarz
Calcit
Erz und Apatit
53
24
8
9
4
2
 
       
Wobei berücksichtigt ist, dass Quarz und Feldspat sowohl in der feinkörnigen Grundmasse als auch in den Mandeln vorkommen. Bei Auflösung des Kalkspats ergibt sich eine Oberfläche mit kleinen, runden Kratern. Durch die Anfälligkeit gegenüber Verwitterung ist die Chance auf einen nachweisbaren Vertreter dieses Lamprophyrs unter den Geschieben gering...."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
       
       
Literatur:
Brøgger W. C. 1932: Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932
 
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