Finnland  -  Laitila-Batholith  -  Eurajoki-Massiv - Väkkärä

Während der Tarkki-Granit die dunklere, basische Randzone des Eurajoki-Massivs bildet, baut der hellere Rapakivigranit des Väkkärä-Vorkommens das Zentrum dieser Satelliten-Intrusion zum Laitila-Batholith auf. 
Der südöstliche Teil des Vorkommens besteht aus ungleichkörnigem bis porphyrischem Rapakivigranit, der nordwestliche Teil aus gleichkörnigem Granit. In der finnischen Literatur wird in erster Linie der gleichkörnige Granit als Väkkärä-Granit bezeichnet (siehe auch http://geomaps2.gtk.fi/activemap/).
 
  1 
  Väkkärä-Granit,
  topasführender Rapakivigranit,
  Lapijoki, Bezirk Eurajoki,
  Laitila-Pluton,
  BGR Berlin, eh. Sgl. Hesemann 
  Etikett
  auf der Karte: Nr. 20
 
   2 
Rapakivi-Granit, Typ Väkkärä (Eurajoki-Massiv), Straßenanschnitt NE Väkkärä, Sgl. R. Zwirner 2009,
auf der Karte: Nr. 22
   
  3   
Ungleichkörniger Rapakivigranit, Eurajoki-Massiv, Weganschnitt Koivuniemi (im Grenzbereich zum Tarkki-Granit)
leg. A. P. Meyer     BGR Berlin 1997     auf der Karte: Nr. 16
   
       
Beschreibung aus Zandstra (1988), S. 52:
Väkkärä-Granit
"Hellrot, graurot oder grau, fein- bis mittelkörnig; porphyrisch oder gleichkörnig; sehr viel Kalifeldspat (manchmal auch Einsprenglinge bis maximal 3 cm); große Kalifeldspäte häufig mit Randzone aus graphisch verwachsenem Feldspat und Quarz; mitunter auch feine graphische Verwachsungen in der Grundmasse; Feldspateinsprenglinge eckig oder unregelmäßig geformt, selten mit einem Ring aus Plagioklas; viele Quarzkörner; recht wenig Plagioklas; wenig dunkle Minerale; körniges, sprödes Gestein.

Die Angaben über den Väkkärä-Granit sind hauptsächlich Laitakari (1928) und Haapala (1977) entnommen. Das Gestein bildet, wie auch Tarkki-Granit, ein mehr oder weniger selbständiges Vorkommen innerhalb des Laitilamassivs und hat ungefähr dasselbe Alter.
Gleichkörniger Väkkärä-Granit ist hellrot und mittelkörnig (die einzelnen Minerale meist 3 – 6 mm). Hauptbestandteile sind Kalifeldspat, Quarz, trüber Plagioklas und Glimmer. Haapala gibt folgende durchschnittliche Zusammensetzung (Vol.%) an:
     Kalifeldspat 49,0
     Quarz 35,3
     Plagioklas 8,8
     Biotit/Chlorit 4,8
     Nebenbestandteile 2,1
Kennzeichnend ist, dass die Kalifeldspäte etwas größer als die übrigen Minerale sind und dass der Gehalt an Plagioklas bemerkenswert niedrig ist. Die Feldspäte sind meistenteils unregelmäßig eckig. Bei dem Quarz kommen recht idiomorphe neben unregelmäßigen Körnern vor; Quarz bildet auch Einschlüsse in den Kalifeldspäten oder ist darin zusammen mit Kalifeldspat mikrographisch verwachsen. Biotit und Chlorit in der Grundmasse bilden sowohl Aggregate als auch verstreute Blättchen. Zirkon und Erz gehören zu den Nebenbestandteilen; ab und zu kommt ein einzelnes Topaskorn vor.
Grobkörniger Väkkärä-Granit ist ebenfalls hellrot. Hauptminerale sind Kalifeldspat und Quarz; der Gehalt an Plagioklas ist niedrig. Da die in großer Anzahl vorhandenen Kalifeldspäte (0,7 – 1,5 cm) etwas größer als die übrigen Minerale sind, erscheint das Gestein leicht porphyrisch. Durch dieses Gefüge ist die Festigkeit gegenüber Zerfall gering, wodurch Geschiebe rasch zerbröckeln. Zirkon und Erz gehören auch beim groben Typus zu den festen Nebenbestandteilen, während Topaskörner 1 bis 3 % des Gesteinsvolumens ausmachen können.
Porphyrischer Väkkärä-Granit hat eine hellrote, fein- bis mittelkörnige Grundmasse (Körner 0,1 – 2 mm), in der 1 – 3 cm lange, grob perthitische Kalifeldspäte und 0,5 – 1 cm große Quarzkörner vorkommen. Manchmal gehört auch ein einzelner trüber Plagioklas zur Einsprenglingsgeneration. Anzahl und Größe der Megakristalle sind variabel. Die Randzone der großen Kalifeldspäte enthält nicht selten zonar eingebaute Einschlüsse. Der Kern solcher Kristalle besteht ab und zu aus grauem oder grünweißem Plagioklas. Es kann auch vorkommen, dass sich mikrographischer Feldspat und Quarz rund um den Feldspatkern konzentrieren. Die eigenständig auftretenden, großen Quarzkörner können in ein, zwei oder drei Zonen versammelte, feine Einschlüsse enthalten. In der Grundmasse sind die trüben Plagioklase und ein Teil der Quarze die Minerale, die am besten die eigene Form behalten haben. Von den Nebenbestandteilen seien Erz, violettfarbiger Flussspat und Topas genannt; letzteres Mineral (1 – 3 %) ist in Form von großen, transparenten Körnern vorhanden, die häufig einen Schimmer Blau zeigen. Der porphyrische Typus enthält in der Regel Drusen, die mit Kristallen ausgekleidet sind, u. a. aus Flussspat, wasserklarem Quarz, Topas oder Plagioklas; das Zentrum dieser Drusen ist vielfach mit Tonmineralen und umgewandeltem Glimmer belegt.

Ein durch Vormer (1972) beschriebenes Geschiebe aus Emmen wurde durch den Autor zum Väkkärä-Granit gerechnet, und in Huisman (1979) ist ein schönes Beispiel abgebildet. Es wird im Allgemeinen nicht einfach sein, Geschiebe dieser variantenreichen Gesteinsgruppe zu identifizieren. Bei dem gleichkörnigen Haupttyp ist obendrein die Verwechselung mit Haga-Granit und mit einer Variante des „Granophyr vom Bottnischen Golf mit wenig Einsprenglingen und wenig graphischen Verwachsungen“ möglich...."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
       

Literatur:
Ehlers C., Haapala I, 1989: Rapakivi granites and postorogenic granites of southwestern Finland. GSF, Opas Guide 27 Excursion A1. S. 30.
Haapala I. 1977: Petrography and geochemistry of the Eurajoki stock, a rapakivi-granite complex with greisen-
type mineralization in southwestern Finland. Geol. Surv. Finland, Bull. 286. 128 S.
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen. GLA 1975, S. 70ff
Laitakari A. 1928: Palingenese am Kontakt des postjotnischen Olivindiabases. Fennia 50, 25 S.
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
   

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