Dänemark  -  Bornholm  -  Svaneke-Granit

Der Svaneke-Granit ist für seine auffallenden Verwitterungsformen
an der Nordostküste von Bornholm bekannt. Das Gestein besteht
zum großen Teil aus eher glattrandigem, sehr grobkörnigem Kalifeldspat
und hat wenig Zusammenhalt. Der Lockerstrand setzt sich hier nicht aus
feinkörnigem Sand zusammen, sondern aus groben, abgebröckelten
Verwitterungsresten: rötlichem Feldspatgrus, "Årsdale Grus".

Svaneke-Granit ist reich an besonders grobkörnigen Pegmatitgängen;
dabei können die Feldspatkristalle bis 20 cm lang werden. Charakteristisch
für die Vorkommen sind auch Sandsteingänge, die den Granit in zumeist
ostwestlicher Richtung durchschlagen. Sie bildeten sich aus Spalten im
Gestein, die sich unter Wasser mit Sediment füllten und zu Sandstein härteten.
 
Svaneke-Granit
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover u. a.:
Svaneke-Granit Svaneke-Granit Svaneke-Granit
Rabækkegård bei Nexø N Nexø Bornholm o. A.
Svaneke-Granit Svaneke-Granit Svaneke-Granit
Helletsgård Helletsgård Gule Hald, Listed N Årsdale
Helletsgård Helletsgård Helletsgård bei Nexø
       
 
Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 370:
Svaneke-Granit
"... Hellgrau bis graurot, grobkörnig (der gröbste Bornholm-Granit); stark glänzende, durchscheinende Feldspäte; Quarz meist in unauffälligen Aggregaten, weniger als im Hammer-Granit; homogen; grobe Biotitaggregate; Titanit; Flussspat.

Der Svaneke-Granit nimmt auf Bornholm die östlichste Position ein. Es ist ein grobkörniger Biotitgranit mit regelmäßigeren Kornbegrenzungen als die anderen Bornholm-Granite sie aufweisen. Im Norden ist die Grundfarbe hellrotgrau (tendenziell grau), bei Nexö im Süden rötlicher (Callisen 1932). In Handstücken ist meist keine Streifigkeit zu erkennen. Mehr als 60% des Gesamtvolumens besteht aus Feldspat; überwiegend handelt es sich dabei um schön glänzenden, durchscheinenden, hellroten Mikroklin und grünlichen oder gelblichen Plagioklas. Die Feldspatkristalle sind 1-2 cm groß. Der Mikroklin enthält gewöhnlich Einschlüsse, u. a. aus Plagioklas und Quarz. Eigenständiger Plagioklas kommt in ziemlich großer Menge vor. Die oft cm großen Kristalle sind meist leicht alteriert und weisen nicht selten eine abweichend gefärbte Randzone auf. Im unverwitterten Svaneke-Granit ist der Plagioklas mit der Lupe schwer zu erkennen. Quarz bildet vorwiegend körnige Aggregate; anders als bei den Feldspäten sind die Korngrenzen unregelmäßig. Quarz ist ein unauffälliger Bestandteil, nach Grönvall & Milthers (1916) soll er hier in der Regel leicht grünlich und gewöhnlich etwas dunkler als in den anderen Bornholm-Graniten sein. Der Gehalt an dunklen Mineralen ist mäßig, es handelt sich dabei vor allem um Biotit. Hornblende kommt wenig vor und kann auch ganz fehlen. Die meisten dunklen Minerale sind zu Aggregaten vereinigt, diese Ansammlungen können 1 cm im Durchschnitt messen. Als Akzessorien sind Zirkon, Apatit (zahlreiche Kristalle), Erz, Epidot, Orthit, Flussspat (manchmal sogar dem bloßen Auge auffallende Körner) und Titanit zu nennen. Titanit findet sich in keinem anderen Bornholm-Granit so reichlich wie hier. Die Kristalle erreichen teilweise eine Größe von 1-2 mm, seltener 4-6 mm.
Svaneke-Granit enthält mitunter Bruchstücke von Rönne-Granit, Paradisbakke-Granit und Streifengranit. Diese Einschlüsse sind vielfach mit einem Rand aus Biotit versehen (Hesemann 1975). Die Aussicht, auf solche Fragmente in einem Geschiebe zu stoßen, ist gering. Basische (meist biotitreiche) Einschlüsse unterschiedlicher Größe, meist abgerundet, sind dagegen nicht selten. Ferner enthält das Gestein zuweilen feinkörnige Partien aus Quarz, Plagioklas und dunklen Mineralen. Svaneke-Granit zerbröckelt schnell; Geschiebe werden auch deshalb meist unansehnlich aussehen und selten sein..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988, S. 370
 
 
weiterführende Literatur:
Bruun-Petersen J. 1975: Origin and correlation of the sandstone dykes at Listed, Bornholm (DK). Bull. geol. Soc. Denmark 24, 33-44.
Callisen K. 1932: Beiträge zur Kenntnis des Granitgrundgebirges von Bornholm. Dissertation. University of Copenhagen.
Callisen K. 1934: Das Grundgebirge von Bornholm. Danm. Geol. Unders., II Række, Nr. 50. 266 S.
Gravesen P. 1996: Bornholm  -  En beskrivelse af områder af national geologisk interesse (in der Reihe: Geologisk set), Miljø- og Energiministeriet Skov- og Natursstyrelsen, Geografforrlaget, Brenderup
Grönwall K.A. & Milthers V. 1916: Beskrivelse til Geologisk Kort over Danmark (i Maalestok 1 : 100,000). Kortbladet
Bornholm. Danmarks Geologiske Undersøgelse, I. række Nr. 13, 281 pp.
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen S. 42-44
Jørgart T. 1982: Hallegård-graniten. Dens mineralogi, petrologi og sammenhæng med andre bornholmske graniter og gnejser. Publikationer fra Institut for Geografi, Samfundsanalyse og Datalogi: Forskningsrapport nr. 27. Roskilde Universitetscenter.
Jørgart T. 2001: Bornholm Grundfjelds Geologi. En ekskursionsfører. Publikationer fra Institut for Geografi og Internationale Udviklingsstudier. Kompendium nr. 111. Roskilde. Universitetscenter.
Platou S.W. 1970: The Svaneke-granit complex and the gnejses on East Bornholm. Bull. geol. Soc. DK 20, 93-113.
Smed P. /Ehlers J.: Steine aus dem Norden, Borntraeger 2002 S. 96
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden Nr. 221
 
       zur Übersichtskarte