Åland-Archipel  -  Magmatite  -  Lemland-Granit

Das Hauptgestein des Lemland-Massivs südlich Mariehamn ist ein ausgeprägter Granitporphyr mit bis 3 cm langen, meist eingeregelten, hellrötlichen Kalifeldspatkristallen. Die körnige Zwischenmasse ist von charakteristischer Farbigkeit: kräftig rotbrauner Plagioklas, grauer Quarz und schwarzer Biotitglimmer.
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Lemland-Granit (polierte Fläche), Straßenanschnitt zwischen Nåtö und Järsö,
Sgl. R. Hanning 2000,   auf der Karte: südlich von Nr. 18

 
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    Lemland-Granit
(besonders großkristallin),
   polierte Fläche aus dem Anstehenden,
   Straßenaufschluss N
åtö, Sgl. v. d. Heide
   auf der Karte: Nr. 18
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  Lemland-Granit,
  Nåtö, S von Mariehamn,  
  am Naturschutzgebiet E der
  Hauptstraße
  leg. M. Bräunlich 2003
  Geozentrum Hannover
  auf der Karte: Nr. 18
       
       
 Beschreibung aus Zandstra (1988) S. 88:
Lemland-Granit
"... Durch Frosterus wurde eine Charakterisierung des Lemland-Granits (1892) und des Mosshaga-Granits (1894) gegeben. Beide Gesteine bilden kleine Massive im Åland-Archipel und stimmen im Alter und in mancher Hinsicht auch in der Textur und Struktur mit Åva-Granit, von der Insel Brändö nahe dem südwestfinnischen Festland, überein. All diese Granite durchbrechen sowohl das Grundgebirge als auch die Küstengranite, sind also jünger als diese und stehen in Alter und Habitus den Rapakivigesteinen nahe.
Lemland-Granit ist gewöhnlich mittelkörnig und zeigt eine Farbkombination von braunrot oder rotbraun mit dunkelgrau. Das Grau kommt von der Matrix, in der neben Quarz vor allem Feldspat und ferner einiger Biotit vorkommt; das bräunliche Hellrot rührt von einer großen Anzahl bis einige cm langer, gedrungen rechteckiger Kalifeldspäte, die zumeist aus Mikroklin bestehen. Die schön geformten Kristalle sind in der Regel der Länge nach orientiert und liegen mehr oder weniger in Reihen. Auch ein einzelnes größeres graues Quarzkorn kann im Lemland-Granit vorhanden sein. Strukturell ist das Gestein mit dem Perniö-Granit verwandt. Sederholm (1924) verwendet den Namen Feldpatporphyr, er versteht hierunter einen Granitporphyr (genauer: Porphyrgranit) mit eckigen, bis 1 cm breiten und 2 bis 3 cm langen Kalifeldspatkristallen in einer Matrix aus Quarz und Feldspat und einigem Glimmer. Die großen Feldspäte bestehen in der Hauptsache aus Mikroklin und sind nicht durch einen Mantel aus Plagioklas umgeben. Der Quarz bildet mitunter körnige Aggregate und zeigt dann eine ziemlich netzförmige Gruppierung; in anderen Varietäten ist die Ähnlichkeit mit Rapakivi-Granit, abgesehen vom Fehlen der Plagioklasringe, groß.
Im nördlichen Teil des Massivs, im Grenzgebiet zum Åland-Rapakivi, enthält der Porphyrgranit häufig zahlreiche kleine oder größere Einschlüsse aus mehr oder weniger assimilierten Gesteinen. An anderen Orten senden basische Gesteine (u. a. Diabas) Adern und Glimmerschlieren in den Granit hinein. Die Gesteine aus dem Lemland-Gebiet sind dadurch ziemlich inhomogen. Charakteristisch für den Lemland-Granit sind vor allem die großen, breitrechteckigen, in Reihen liegenden Kalifeldspäte und die hell rotbraune Färbung (wie bei den Småland-Porphyren) dieser Kristalle..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 
  4    Geschiebefunde:

Lemland-Granit (Stein angefeuchtet), Geschiebefund, Strandstein,
FO: Rügen, Sgl. E. Figaj
 
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Lemland-Granit, polierte Fläche, FO: Strand bei Johannistal/ SH,
leg. A. Bräu, Slg. Torbohm
 
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  Lemland-Granit,
  Geschiebefund, det. M. Bräunlich
  FO: Skeldekoppel, Broager, DK
  Sgl. Wilske 2010
  (Aufnahme unter Wasser)
 
 
Literatur:
Frosterus G. B. 1892: Beskrifning till kartbladet n: o 21. Mariehamn. 1892.
Hausen H. 1964: Geologisk beskrivning över landskapet Åland. Mariehamn 1964 S. 49
Lindberg B., Eklund O. 1988: Interactions between basaltic and granitic magmas in a Svecofennian postorogenic granitoid intrusion, Åland, southwest Finland. Lithos V. 22, Bd. 1, Sep. 1988, S. 13–23
Sederholm J. J. 1924: Granit-Gneisproblemen i Åbo-Ålands skärgard I. GFF 46. 129-153. II 6. 253-271.
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 
 
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